Video: Für welche Bereiche im E-Commerce eignet sich Social Commerce?

Verfasst am 19. Februar 2010 von Sebastian um 14:25 Uhr

Wie vor einer Woche bereits auf Handelskraft.de („Social Commerce: Transparenz im modernen Handel“ ) angesprochen, wird das Thema Social Commerce derzeit viel herumgereicht und diskutiert.

Einige wenige wirklich gute Übersichtsberichte zum Thema Social Commerce sind auch nach zwei Jahren noch hochaktuell. Oder auch die sehr schöne seit einigen Tagen im Netz kursierende Social-Commerce-Präsentation von Hediye Evsan:

Dass das Thema derzeit so populär wird und sich Diskurse verdichten, führt zu vielen Fragen. Fragen, mit denen sich vor allem Marketers herumschlagen müssen. Die einen oder anderen haben das Thema jetzt auf dem Schirm, wollen auch auf den Social-Commerce-Zug aufspringen, 2010 oder 2011 und werden sicherlich Schwierigkeiten haben, Mehrwerte und Konzeptvorschläge den Entscheidern von Onlinestore zu kommunizieren.

Wer derzeit mit Social Commerce herumexperimentiert, was auf dem Markt derzeit möglich ist, welche Ideen bisher umgesetzt wurden, ist den Verweisen oben zu entnehmen.

Aber: Für wen eignet sich Social Commerce überhaupt? Welche E-Commerce-Segmente könnten davon profitieren? Und was muss schon da sein, bevor man überhaupt an die Umsetzung von Social Commerce denkt?

Ein kaum beachtetes, ein Jahr altes, aber dennoch sehr aktuelles Interview mit Online-Marketing-Professional Dr. Torsten Schwarz zum Thema Social Commerce, zeigt vor allem auf, was im aktuellen Hype des Themas zu kurz kommt: Was ist die Basis für den Einsatz von Social-Commerce-Elementen auf einem Onlineshop?

Wie Torsten Schwarz richtig formuliert, ist Social Commerce derzeit ein Add-On. Themen wie Community, speziell für Kommentare, Bewertungen, Rezensionen und die Wirkungsweisen dieser auf den Online-Kunden, wurden schon in einigen Studien skizziert und belegt.

Das gilt jedoch nicht für jedes E-Commerce-Segment. Deswegen Vorsicht, wenn der Hype um Social Commerce in diesem Jahr noch lauter wird, man sollte sich davon nicht blenden lassen, wenn die Ausrichtung des Shops, die Zielgruppe ungeeignet ist.

Und machen wir uns nichts vor: Der Begriff Social Commerce oder auch Social Shopping ist noch immer mit großen Fragezeichen behaftet und wird derzeit größtenteils in der E-Commerce-Branche diskutiert, und nicht außerhalb.



Social Web in Europa und Deutschland

Verfasst am 17. Dezember 2009 von Sebastian um 10:42 Uhr

Ein wirklich sehr ansehnliches und informatives Video zum Thema Social Web in Europa und Deutschland, gab es gestern bei Basic Thinking zu sehen. In dem Video werden aktuelle Zahlen sozialer Netzwerke wie Facebook aufgearbeitet und in Entwicklungen eingeordnet. Interessant ist vor allem der Fokus auf Deutschland und Europa und die Nennung der Quellen am Ende des Videos. Wirklich sehenswert:



Social Commerce: DaWanda mit 350 Prozent mehr Umsatz

Verfasst am 15. Dezember 2009 von Sebastian um 14:35 Uhr

dawandalogoDaWanda, der „Marktplatz für einzigartige Geschenke“, feiert seinen dritten Geburtstag (Herzlichen Glückwunsch auch meinerseits). Wie auch deutsche-startups bereits berichteten, konnte DaWanda von 250 Herstellern mit 1500 Produkten, 1200 Mitgliedern und 200000 PIs auf mittlerweile 50000 Hersteller mit 650000 Produkten, 420000 Mitgliedern und 60 Millionen PIs (im Monat) wachsen.

dawanda

Laut Angaben DaWandas, wächst der Umsatz um 350 Prozent pro Jahr. Eine kleine Milchmädchenrechnung seitens deutsche-startups ergibt, dass DaWanda damit nun einen siebenstelligen Umsatz für 2009 erwirtschaftet und bereits vor Weihnachten über eine Million Produkte verkauft haben soll.

DaWanda, das seinen Erfolg vor allem der außergewöhnlichen Produktpalette verdankt, strebt 2010 eine Umsatz-Verdreifachung und eine Mitglieder-Verdopplung an und will auf dem französischen Markt weiterhin Fuß fassen.

Die Social-Commerce-Plattform zog Anfang 2009 mit Etsy gleich, als man Einstellgebühren einführte, die sich zwischen 10 und 30 Cent pro (nicht) verkauftes Produkt belaufen. Jochen Krisch berichtete über diese Einführung von Einstellungsgebühren bei DaWanda bereits Anfang dieses Jahres: DaWanda erwartet Geldsegen zum Jahresanfang.

etsy

Neben den Einstellgebühren, der Umsatzprovision von 5 Prozent, gibt es sowohl bei Etsy als auch bei DaWanda die Möglichkeit Werbefelder zu kaufen, die bei DaWanda sehr schön als Logenplätze zentral auf der Startseite eingearbeitet wurden:

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Wie das bei spannenden Modellen so ist, gibt es immer wieder Versuche mit ähnlichem oder gleichem Konzept an die Erfolge anderer anzuknüpfen. Im Fall Etsy und DaWanda sind das nicht wenige Anbieter, wobei sich mittlerweile mindestens einer wieder verabschiedet hat: Mintd.

Ein weiterer deutscher Anbieter ist beispielsweise vondir.de.



Der erfolgreiche Social-Commerce-Ausflug von Best Buy

Verfasst am 27. November 2009 von Sebastian um 15:38 Uhr

best_buy_logo_1Best Buy, ein US-amerikanisches Unternehmen für Unterhaltungselektronik, setzt für sich selber weiter wichtige Impulse im Social-Commerce-Bereich. Und zwar da, wo sich die Peers finden und hin und wieder auch beraten und weiterempfehlen: auf Facebook. Und Best Buy brauch da keinen Vergleich mit der Adidas-Fanpage zu scheuen, die ihre Stores mit Facebook via Apps verbunden haben: Sowohl der Best Buy Store, als auch die Geschenkidee-App können sich sehen lassen:

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Auch der Reiter „Shop + Share“ wurde gekonnt eingebaut. Diese App erlaubt dem Nutzer (potentiellen Käufer) den gesamten Produktkatalog von Best Buy durchzublättern. Ist man fündig geworden, kann man auch gleich einkaufen, man wird automatisch nach dem Klick auf die entsprechende Produktseite von Best Buy weitergeleitet um bezahlen zu können.

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Der Idea Giftr ist ein bisschen weniger entwickelt, als der Rest, aber immer noch um Welten besser als der ganze App-Müll, den vereinzelt deutsche Unternehmen auf Facebook spammen um „eine Zielgruppe online zu erschließen“ mit einem schlechten Quiz am besten. In gewisser Hinsicht, findet sich hier sogar Innovation wieder, wie auch Paul Marsden findet:

„[…] it gives you top rated gift ideas by sex or age – for you or your contacts, and then adds them to your news feed with an I-want-one-of-those or would-you-like-one-of-those comment. By adding better profiling, and allowing people to rate products, Idea Giftr could become the shape of things to come in social recommender systems.

Und ich muss Marsden bei noch einer Sache zustimmen: Hat man sich einem Produkt angenommen und will es einem Freund mitteilen, erscheint folgender Text im Publish Fenster: „I found this gift using Idea Giftr and I thought you would like it. Let me know what you think and get inspired gift ideas powered by real people.

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Das ist wohl der einzige Marketing-Schandfleck in der ansonsten wirklich erfolgreichen und ambitionierten Social-Commerce-Unternehmung von Best Buy.

Und erfolgreich sind diese Unternehmungen ebenfalls: Seitdem die neuen Facebook-Apps vor knapp sechs Wochen gelauncht wurden, ist die Anzahl der Fans von 27000 auf über 1 Million angestiegen.

Best Buy hat die Facebook-Apps für 24 Stunden beworben und damit 163000 User für sich gewonnen. Dann trat der Empfehlungseffekt ein.

Best Buy zeigt damit, dass man auch ohne große Ideen durchaus Mehrwert bieten kann für Kunden und Fans. Falls sich die eine oder andere Marketing-Abteilung gerade jetzt zur Weihnachtszeit Druck machen sollte.



Wie IKEA erfolgreich und ungewöhnlich Facebook einsetzt

Verfasst am 19. November 2009 von Sebastian um 14:57 Uhr

Ideen muss man haben. Gute Ideen, die den Kunden etwas bringen, ihnen Spaß machen, Mehrwert bieten und einen Dialog ermöglichen. Aber schon allein „den Dialog ermöglichen“ klingt unter den Menschen, die Tipps für Social-Media-Nutzung schreiben, oder im schlimmsten Fall Beratungsdienstleistungen als „Experten“ anbieten, schon so abgenudelt, dass es höchstens zu Spott kommt.

Vielleicht liegt das daran, weil Viele den Unterschied zwischen Theorie und Praxis nicht sehen müssen, wenn verunsicherte Marken im Web den Anschluss suchen, um sich bei einer Zielgruppe ins Gespräch zu bringen, die stets größer und netzerfahrener wird. So gilt: “If you think the world is an audience – think the opposite.” Vor allem im Netz.

Hinter guten Ideen stehen kreative Menschen, die “bestehende Funktionalitäten für einen Zweck [nutzen], der niemals zuvor angedacht war, aber dennoch einen großen Reiz ausübt.” [via Thilo’s posterous, der das Folgende zuerst entdeckt und ins Gespräch gebracht hat]

IKEA, das vor allem im Social-Commerce-Bereich ein immenses Potential aufweist, hat sich fast unbemerkt in der Praxis versucht und mit mittlerweile gewöhnlichen Facebook-Funktionalitäten etwas Ungewöhnliches gewagt. Eine virale Welle:

In diesem Zusammenhang kann ich Anna Friedrich, Autorin des Themenblogs nur Recht geben, wenn sie schreibt, dass es keinen Social Media ROI gibt, und:

Immer mehr Unternehmen sind bereit, sich aufs Glatteis zu begeben: sie wollen unbedingt präsent sein in sozialen Netzwerken. Denkfehler No. 1 dabei ist meist: ‘Je mehr Geld ich investiere, desto erfolgreicher bin ich.’ Soziale Medien funktionieren aber nicht wie die freie Wirtschaft. Es geht hier um die Begeisterung der Menschen, der Enthusiasten einer Marke [...]. Die Kunden mitzureißen und interessante Dialoge mit ihnen und für sie zu schaffen, ist unbezahlbar. Es ist ein Spiel, auf das sich Unternehmen einlassen müssen [...].”

Eine Sache, hat Anna Friedrich nicht exakt differenziert: Unternehmen müssen bereit sein in diesen Bereich zu investieren. Wie viel genau, ist völlig egal. Die Frage ist aber, wohin diese Investitionen denn genau hingehen. Benutzt man das Geld lediglich dafür um eine Bühne für die eigenen Anliegen zu bauen, gebe ich Anna Friedrich völlig Recht. Aber im Falle IKEA haben sich die Investitionen gelohnt (siehe Video), die nur mit guten Ideen (und netten Produkten) Früchte tragen konnten.