Monatsarchiv für August 2009


Zuhören und Handeln

Verfasst am 12. August 2009 von .

ad+expertDas t3n-Magazin, sowie massenpublikum.de haben in den letzten drei Tagen auf einen Beitrag des Social-Media-Experten Michael Brito auf dem Blog von Brian Solis verwiesen. Es sind nur wenige Stimmen, die sich nicht vom Hype um soziale Medien übertönen lassen, schon allein deswegen sind Diskussionsanstöße zu diesem Thema mehr als notwendig. Unter dem Titel „Zuhören allein reicht nicht“, schrieb Sachar Kriwoj (massenpublikum.de):

Viele Unternehmen haben mittlerweile verstanden, dass man seinen Kunden und potenziellen Kunden zuhören sollte. Viele Unternehmen haben noch nicht verstanden, dass das Zuhören allein nicht ausreicht. Auf das Zuhören muss auch eine Handlung folgen. […]“

Auch der wirklich sehr interessante Beitrag auf briansolis.com geht dieses Thema so an. Mit einer kleinen Anekdote macht Brito verständlich, was das bzw. sein Problem (und das von massenpublikum.de & t3n) ist:

Eine Frau beschwert sich vehement bei ihrem Mann über seine schmutzige Wäsche, die er überall herumliegen lässt. Der Mann hört ihr gewissenhaft zu, gibt ihr Recht und vergisst am Abend seine Socken in die Wäsche zu legen.

Was heißt das für Unternehmen und Marken, die sich in sozialen Medien bewegen? Aktives Zuhören ohne daraus folgende Handlungen führen zu einer Schädigung der Beziehung zu ihren Kunden. Das ist das gefühlte Statement, das ich bei vielen solcher Äußerungen zwischen den Zeilen lese. Und möglicherweise ist genau das der Grund, weshalb Marken so zögerlich reagieren. Einige zögerliche Versuche gibt es schon, indem man beispielsweise durch soziale Medien Feedback-Kanäle erarbeitet. Die Arbeit, so schreibt Michael Brito, darf hier allerdings nicht aufhören. Er hat Recht, aber das sollte und darf keine Allgemeingültigkeit für Marken-Marketeers haben.

Und was ebenso noch unklar im Raum steht: Woher kommt die Annahme, dass viele Unternehmen verstanden haben, dass man seinen potentiellen Kunden zuhören soll? Ist das nicht vielleicht ein Irrglaube? Expedia UK hat erst jüngst bewiesen, berichtet ein hervorragender Themenblog, dass Bewegungen in sozialen Medien nicht mal ansatzweise dafür gedacht waren, potentiellen Kunden zuzuhören. Oder nehmen wir Vodafone: Ob der Schaden der Kampagne nicht ein Pyrrhussieg war? Oder das Imagedebakel der PR-Fakler aus dem Hause Deutsche Bahn.

Es sitzen wie gesagt noch Marketeers hinter den Aktionen, die Unternehmen in sozialen Medien betreiben. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese Menschen daran interessiert sind, zuzuhören. Und wenn sie es tun, mit welcher Strategie? Hinter dem Slogan „Zuhören und Handeln“ steckt eine völlig neue Form der Marketingstrategie, Social Media Marketing.

listening

Das Zuhören im Netz muss erstmal richtig gelernt werden, bevor man nach Taten schreit. Dass Unternehmen beginnen zuzuhören – und das sind vor allem hierzulande noch nicht wirklich viele – ist ein guter Weg. Zuhören ohne zu agieren ist nicht wertlos. Es ist derzeit eine Positionierung, das Finden der Zielgruppen, das Verstehen der Netzinteraktion. Obwohl diese Aktionen wirklich viel Mehrwert bieten, stellen sie momentan wegen mangelndem Verständnis und Professionalität eine Gefahr für Marken und Unternehmen dar. In Amerika positionieren sich einige Marken schon wesentlich besser.

Die Social-Media-Marketing-Strategien in Amerika sind wesentlich proaktiver als hier in Deutschland. Das heißt, dass sie zwanglos handeln. Aber auch das hat gedauert. Hier in Deutschland sehe ich Marken und Unternehmen größtenteils noch unerfahren im Social-Media-Bassin planschen. Sie ignorieren soziale Medien und sind passiv vertreten, d.h. verfolgen diese ohne einzugreifen. Hin und wieder handeln sie auch reaktiv, d.h. sie werden irgendwie dazu genötigt zu reagieren.

Hier bewahrheitet sich folgendes: Der Ton macht die Musik.

Musik soll man hören. Marken sind hierzulande aber noch keine Musiker. Das ändert sich schon sehr bald. Und wenn man klug ist, dann ändert man das mit Vodafone oder Expedia UK im Hinterkopf.


Edelight.de zum dritten Mal in Folge in IVW-Zahlen

Verfasst am 10. August 2009 von .

edelightBereits zum dritten Mal in Folge taucht die Stuttgarter Social-Shopping-Plattform edelight.de in den Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) auf. Waren es im Mai noch knapp über eine Million Visits, sind es Juli bereits knapp 1,2 Millionen.

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Edelight.de setzt seinen Kurs nach oben unter der Geschäftsführung Peter Ambrozys fort.

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Wie Gründerszene.de heute bereits berichtete, konnte edelight „mit t-online.de einen großen neuen Partner für seine E-Commerce-Lösungen finden. Die Stuttgarter betreiben mit dem Stylefinder eine visuelle Modesuche unter der Rubrik Shopping auf t-online.de. In einem nächsten Schritt wird zusätzlich aus den redaktionellen Bereichen in den Stylefinder verlinkt. Nutzer finden dann zu den Artikeln der unterschiedlichen Rubriken passende Produkthinweise aus den angebundenen Shops.


What the F**K is Social Media: Ein Jahr später

Verfasst am 6. August 2009 von .

Eine wirklich nette Slideshare-Präsentation zum Thema Social Media mit dem noch netteren Titel „What the F**K is Social Media: One Year Later“:
Link zur Präsentation.

Nicht das es abwegig ist, Social Media mit Teenager-Sex zu vergleichen, obwohl es einige Parallelen gibt, wird zwischendurch noch einmal die Frage aufgeworfen: „Why the F**K should I care?“

Irgendwie naheliegend. Die Fragen werden jedoch kurz und prägnant beantwortet, mit kleinen interessanten Randfakten, da vergisst man den Teenager-Sex-Vergleich wieder ganz schnell. Versprochen.


Social Commerce: Leitfaden für Social Media im Business

Verfasst am 5. August 2009 von .

Vor wenigen Tagen fand das 2010 Social Commerce Summit-Webinar „Can Social Media Help my Business?“ von Bazaarvoice statt, in der die Stimme des Kunden in den Mittelpunkt gestellt wurde:

The social media phenomenon has created a whole new set of challenges and opportunities – companies struggle to understand the new landscape. The big question: What tools will help my company drive business results? Join 2010 Social Commerce Summit speaker Mitch Joel, a “Rock Star of Digital Marketing”, president of Twist Image, and blogger at Six Pixels of Separation, and Mike Svatek, Bazaarvoice VP of Product Strategy, who will explain how marketing has evolved in our digitally connected world.
You will learn:
· How to select the right social tools for your marketing strategy
· How to interact in communities and conversations to drive real results for your business
· What’s next in social commerce – a look inside future products and services

The social media phenomenon has created a whole new set of challenges and opportunities – companies struggle to understand the new landscape. The big question: What tools will help my company drive business results? Join 2010 Social Commerce Summit speaker Mitch Joel, a “Rock Star of Digital Marketing”, president of Twist Image, and blogger at Six Pixels of Separation, and Mike Svatek, Bazaarvoice VP of Product Strategy, who will explain how marketing has evolved in our digitally connected world.

You will learn:

1. How to select the right social tools for your marketing strategy

2. How to interact in communities and conversations to drive real results for your business

3. What’s next in social commerce – a look inside future products and services

In vier Schritten hat man sich den Stimmen der Kunden und des Marktes angenommen und – so möchte ich das mal formulieren – einen Leitfaden für Marken und Playern im Handel – ob groß, mittel oder klein – erstellt. Hier eine kleine Zusammenfassung:

1. Conversion

Im Grunde lüftet Bazaarvoice keine Geheimnisse. Es geht um Authentizität, die stets wahr, glaubwürdig und zuverlässig zu sein hat. Nutzer und Kunden brauchen in so einer Umgebung andere Nutzer, die sie identifizieren können, damit sie sich selbst mit ihnen identifizieren können: Nutzer- und Shopper-Profile um neue Produkte zu entdecken. Für die Steigerung der Conversion ist ebenfalls eine Allgegenwärtigkeit vonnöten, in Form von User Generated Content, der in Zukunft den Phänotyp von Onlineshops dominieren wird, oder aber durch soziale Bestärkung. Weiterhin spielt die Möglichkeit der Mitwirkung eine immense und vielfach unterschätzte Rolle: Der eingebundene Nutzer kauft und beeinflusst zumindest mehr.

2. Akquisition

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In diesem Punkt kommt das Bazaarvoice-Team zum eigentlichen Kern der Sache: Die Verbreitung, die Kanäle der Verbreitung und die Möglichkeit einen Dialog zu finden. In den ersten Schritten müssen Marken oder Shops ihre Inhalte zum Nutzer bringen, nicht andersherum. Diese Inhalte sind UGC. Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig UGC ist und noch werden wird. Ob die Inhalte bei Nutzern an andere Nutzer herangetragen werden, sollte man ebenfalls Nutzern überlassen. Es geht darum zu wissen, wo sich Nutzer aufhalten. Den eigenen Shop, Produkte etc. mit einer Facebook-Connect-Stelle zu versehen, ist beispielsweise keine schlechte Idee: So kann ein Nutzer eine Rezension zu einem Produkt erstellen und diese gleichzeitig bei Facebook einstellen, wenn er das möchte. So werden auf aktiven Kanälen Inhalte verbreitet, mit denen man viele Menschen in erweiterten Netzwerken wie z.B. Facebook erreichen kann: Die Verbreitung des Word-of-Mouth.

Ein spannendes und fast schon reizüberflutetes Gebiet, stellen die sozialen Applikationen dar, mit denen man sich mit Nutzern in deren Welt verbinden kann (Apps für Fan Pages oder Nutzerprofile). So kann man Rezensionen, Fragen, Antworten und Geschichten von Fans aussuchen (z.B. auf Facebook) und sie auf der eignen Seite einbinden: Ein weitläufiger Kreis der Vernetzung und Inhaltsverbreitung.

Relevant sind auch SocialAlerts, mit denen bereits auch hierzulande verstärkt experimentiert wird (Twitter, etc.): Das Folgen von Nutzern, Produkten oder Themen oder aber das Benachrichtigen (täglich, wöchentlich, …) dieser über neue Aktivitäten.

3. Der (kommerzielle) Kanal

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Mit der Usability und zwangsläufig auch mit der User Experience verwandt, ist die Reibungslosigkeit der kommerziellen Kanäle. Bazaarvoice führt in diesem Zusammenhang sowohl die Kollaboration, als auch die Intelligenz an. Kollaboration bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Hersteller auf Fragen antworten oder aber den Support stellen. Mit Intelligenz ist gemeint, dass die Performance markenspezifisch sein sollte.

Dass Marken bzw. Hersteller direkt auf Kundenfragen reagieren und selbst antworten bringt natürlich Vorteile für beide Seiten: Der Kunde hat einen direkten Ansprechpartner, dessen Produkt er besitzt, die Marke kann mit Expertenwissen und Kompetenz den Nutzer durch guten Support „binden“. Der Konversationszyklus wird dadurch gekürzt.

4. Transformation

Hier spricht Bazaarvoice einen meiner Meinung nach mehr als wichtigen Punkt an: Das Produktdesign, das durch Zuhören und Reagieren auf Kundenbedürfnisse geprägt sein muss, damit man in einigen Jahren nicht verdrängt wird. Ebenso relevant ist ein geschlossener Support, um Support-Belange vorausschauend zu entdecken.

Und: Die absolute Exaktheit des Marketings, über die noch zu berichten sein wird.