Monatsarchiv für September 2009


Social Commerce: Zazzle.com steigt in Deutschland ein

Verfasst am 21. September 2009 von .

zazzle2Vergangenen Freitag ist Zazzle, weltweit Marktführer im On-Demand-Einzelhandelsgeschäft, mit einer deutschsprachigen Version der US-Unternehmung online gegangen und lässt seiner internationalen Expansionsstrategie in die Karten schauen. Aus der Pressemitteilung geht hervor:

Die www.Zazzle.de-Website gliedert somit Kunden aus dem deutschsprachigen Raum in die weltweite Zazzle-Community ein und ermöglicht ihnen, aus der Inspiration ihrer eigenen Vorstellungskräfte und ihrem kreativen Geist echte Produkte zu designen und erstellen.

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Zazzle hat bereits in der Vergangenheit eindrucksvoll demonstriert, wie man mit Social Commerce attraktiv arbeiten kann. Dieses Jahr erwarten Analysten einen Zazzle-Umsatz von 100 Millionen US-Dollar (). Das Geschäftsmodell strotzt vor Selbstbewusstsein: On-demand manufacturer Zazzle wants to make your product dreams come true — and eventually become the Amazon of custom goods.

Neben Zazzle starteten letzte Woche in Deutschland auch MyFab und Shopstyle, frei nach dem Motto: Wenn Sie nicht zu uns kommen, dann kommen wir eben zu Ihnen. Bezeichnend.

(via)


50 Prozent aller Online-Retailer bewegen sich auf Social Communities

Verfasst am 21. September 2009 von .

social-media-wagon-300x257Wer hätte das gedacht: Twitter und Facebook gehören im Bereich Social Commerce zu den am meisten genutzten Social Communities. Das geht zumindest aus dem neusten Report „Community und Social Media Study“ hervor, der aus einer Zusammenarbeit zwischen dem US-amerikanischen E-Commerce-Berater e-Tailing Group und dem Provider für professionelle Kunden-Bewertungsplattformen PowerReviews entstanden ist.

Social Media Marketing wächst derzeit im E-Commerce zu einer relevanten Komponente heran, wobei besonders große Marken und amerikanische Unternehmen wieder einmal vorlegen und Europa langsam und zögerlich folgt. Mit Erfolg, wohlgemerkt.

An anderen Stellen wird die Rezession als Argument aufgeführt, weshalb Unternehmen Social Media Marketing als neue Chance betrachten.

Naheliegend ist allerdings auch, dass Unternehmen auch ohne Rezession früher oder später diesen Weg hätten gehen müssen, denn kluges Social Media Marketing ist auch so eine Chance, abseits einer Rezession.

Mehr als 50 Prozent der bisherigen Online-Retailer greifen durchschnittlich auf fünf Social Media Tools für das Bekanntmachen ihrer Online-Shops oder Marken zurück. Knapp 86 Prozent setzen zu diesem Zweck eine Facebook-Fanpage ein (siehe auch: Branding mit Facebook-Fanpage), 65 Prozent nutzen Twitter für eine eher Web-2.0-affinere Zielgruppe, 55 Prozent setzen Blogs und Verbraucherplattformen ein und wiederum 50 Prozent kommunizieren ihre Botschaft via Viral-Clips.

Insbesondere die letzten sechs Monate wurden von 75 Prozent der 117 befragten Unternehmen dazu genutzt, den Einsatz ihrer Social Media Strategie zu professionalisieren, auszubauen und zu fokussieren.

Der Präseident der e-Tailing Group, Freedman, ist gar der Ansicht, dass die Integration von Social Networking im E-Commerce die Schwelle zur kritischen Masse erreicht hat.


It’s not what you say that matters

Verfasst am 16. September 2009 von .

Paul Isakson ist strategischer Leiter der Kreativagentur space150 mit Büros in Los Angeles, Minneapolis und New York City. Er erklärt in der folgenden Präsentation sehr (sehr) ansehnlich, wie Unternehmen sich umstrukturieren müssen, bevor sie sich gierig auf Social Media und Social Media Marketing stürzen. Er weist auf ganz simple Fehler hin und erklärt in fünf Schritten die Wesenmerkmale im Social Media Bereich und mit welchen Fragen man antreten sollte.

Social Media: It’s Not What You Say That Matters

Branding mit Fanpages

Verfasst am 11. September 2009 von .

Wer glaubt, dass User im Netz in ihren Social-Networks-Aktivitäten lediglich an privatem Austausch mit Freunden und Bekannten interessiert sind, der kann sich dank des eMarketer-Berichtes „Marketing on Social Networks: Branding, Buying and Beyond“ eines besseren belehren lassen.

Laut der Studie ist über die Hälfte (52 Prozent) aller Social-Network-User Fan einer Marke oder eines Unternehmens oder einer Firma geworden. 46 Prozent der User, die sich auf Social Networks bereits als Fan einer Marke bekannt haben, ziehen sogar eher positives als negatives Feedback in Erwägung. Lediglich 23 Prozent sind gewillt, sich auch negativ zu einer Marke zu äußern.

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In diesem Zusammenhang ist es natürlich interessant, inwiefern Marken ihren Einsatz solcher Social-Media-Marketing-Strategien planen und umsetzen. Seine Kunden zu Fans zu machen und seine Fans zu Kunden kann auf diesem fruchtbaren Boden mit bedachtem Einsatz ein Erfolgsgarant sein. Ein gutes Beispiel sind Fanpages von Marken auf Facebook. Einige internationale Consumer-Brand-Größen haben ihre Fußspuren bereits erfolgreich hinterlassen und ihre Fans und Kunden verstärkt in den Mittelpunkt gesetzt:

1. Pringles, die fleißig Videos posten in denen Songs von singenden Fans gezeigt werden, wobei die Pringles-Dose im Mittelpunkt steht. Virale Videos nennt man das. Fans, die diese Videos mit der „like it“-, „comment“- oder „share“-Funktion ausführen, listen jenes im eigenen News-Feed auf. Besonders ist daran, dass sich der Fan bewusst dazu entscheidet, es seine Freunde zu lassen, dass er Fan der Marke ist. Das macht ihn potentiell zu einem Brand-Ambassador, zu einem Multiplikator der Marke. Potentiell, versteht sich. Aktuell besitzt Pringles knapp 2,8 Millionen Fans allein auf Facebook.

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2. Starbucks, die im Social-Media-Bereich und im Social-Media-Marketing alte Hasen und führend sind (auch mit negativen Erfahrungen), haben den Ansatz der Crowdsourcing-Community für sich entdeckt. Über MyStarbucksidea können User die Produktpalette selbst verbessern. Auf Facebook richtet man sich offen an Fans, stellt Fragen und diskutiert mit, und bindet andere Kanäle wie Twitter- und Blog-Updates ein. Hier stehen nicht immer die Produkte oder die Marke selbst im Zentrum, sondern das Brabbeln der User und Starbucks-Mitarbeiter weltweit. Das hat zu derzeit über 3,8 Millionen Fans geführt.

3. Red Bull. Ähnlich wie der Kaffeegigant Starbucks, vereint Red Bull auf der eigenen Facebook-Seite mehrere Social-Media-Kanäle und geht damit einen Schritt weiter, als die „normale“ Fanpage. Hier werden jedoch nicht nur die Marken-Accounts eingebunden, sondern auch Accounts von Red Bull-Extremsportlern in der „Athletes“-Rubrik. Ich stelle mir hier die Frage: Wieviele Marken wollen, dass die Fans, die man um sich sammeln möchte, Vertrauen in die Marke haben? Und wie viele Marken sind bereit, Vertrauen in die Fans zu setzen? Bei Red Bull ist ein minimaler Ansatz zu finden. Auch wurden einige Applikationen in die Seite eingebaut, in der z.B. Telefonanrufe von Menschen bewertet werden können, die betrunken die Red Bull-Nummer angerufen haben. Ebenso spielen Fotos von Fans eine Rolle. Knapp 1,2 Millionen Fans.

Wie man auch den Vertrieb über Facebook abwickeln kann, zeigt Adidas Originals  (2,1 Millionen Fans). Coca Cola (3,7 Millionen Fans), die ihre Fanpage nicht selber gegründet, sondern übernommen haben (!), ist bemerkenswert in Sachen Vertrauen in die Fans. Sie bieten fast ausschließlich UGC von Fans, Diskussionswege etc. an.


Unternehmen und das Social Web

Verfasst am 9. September 2009 von .

Ein wirklich sehr interessantes und lesenswertes Blog betreibt Leander Wattig, der regelmäßig sehr durchdacht über Web-Projekte und mediale Trends berichtet und sich vor keinem Gedankenexperiment scheut.

Kürzlich berichtete leanderwattig.de über das Projekt Social Media Company Monitor 2009, in der die zugrundeliegende empirische Studie 350 befragte Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2009 zu ihren Aktivitäten und Kenntnissen im Web-2.0 umfasst. Durchgeführt wurde diese Befragung durch 170 Studenten der Cologne Business School in Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Klemens Skibicki, der auch einer der Autoren des Sachbuches „Verkaufsweg Social Commerce – Blogs, Podcasts, Communities – Wie man mit Web 2.0 Marketing Geld verdient“, welches hier nächste Woche näher vorgestellt wird.

Das Ergebnis dieser Studie ist einigen Punkten sehr interessant, wie auch Wattig berichtete: Offenbar plant die Hälfte der Unternehmen für die Zukunft keinerlei Social-Media-Aktivitäten (51 Prozent).

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Er stellt fest:

„Man könnte auch sagen, dass die Hälfte der befragten Unternehmen nicht mit ihren Kunden reden will. Das scheint mir ein gewagter Standpunkt zu sein.“

Soweit zu gehen, Unternehmen das Ignorieren solcher Aktivitäten zu unterstellen oder gar eine bewusste Distanz zu ihren Kunden in Kauf zu nehmen, halte ich persönlich für ein bisschen überspitzt. Anhand der Grafik wird zudem deutlich, dass Unternehmen keineswegs bewusst ignorieren, sondern dass sie sich unsicher bewegen:

1. 51 Prozent planen keine Social-Media-Aktivitäten.

2. 14 Prozent planen noch nicht, aber in Zukunft.

3. Neben einigen Angaben oben in der Grafik, sticht „nur eigenes Community-Profil“ mit 21 Prozent verdächtig hervor.

Es deutet schon darauf hin, dass Unternehmen interessiert sind, aber absolute Vorsicht genießen. Das führt zur Passivität. Ignorieren bedeutet gewisse Kanäle auch nicht zu konsumieren, was aber jedoch an anderen Stellen in der Untersuchung (auch in Grafiken) deutlich widerlegt wird. In gewisser Hinsicht ignorieren Unternehmen nicht Chancen, sie verpassen welche. Dass das seine Gründe hat, ist ja klar. In diesem Zusammenhang folgender Kommentar:

„Liegt es an heillos überkommenen Unternehmensstrukturen, auch an einer typisch deutschen Geistehaltung, nichts zu wagen, keinen Standpunkt zu beziehen? Ich glaube das nicht, vielmehr, dass viele Führungspositionen mit unflexiblem Management zugeparkt sind.“

Ja, es wird Potential verschenkt, darauf weißt Wattig richtigerweise hin. Allerdings ist gerade in diesem Bereich Zurückhaltung erstmal keine vollends schlechte Idee. Es komplett zu ignorieren, wäre fatal. Nicht gleich mitzumischen ist erstmal in Ordnung: Zuhören und Bedacht handeln.