Social Commerce 2010

Verfasst am 18. November 2009 von .

Was Social Commerce angeht, wird das nächste Jahr sehr spannend werden, da einige diesen Begriff erst jetzt auf den Schirm bekommen haben. Nach den Messen und Kongressen beginnt für viele die Zeit, Trends auszurufen. Darunter findet sich eben auch Social Commerce. Es wird nun allerdings hierzulande noch eine Weile dauern, bis Social Commerce zum Standard gehören wird. 2010 wird nicht das Jahr des Social Commerce sein. Aber es ist auf dem Radar und die Entwicklung geht in die Richtung. 2010 kann man annehmen, dass Magento weiter auch in Deutschland bzw. Europa wachsen und eingesetzt wird. Auch bei Anbietern in der Größe von mydeco oder globetrotter. Migrationen auf Open Source wird nächstes Jahr definitiv ein großes Thema sein. Der Kontakt in Netzwerke wird verstärkt werden, mit Investitionen im Marketing-Bereich. Mobiles Web. Applikationen. Und wenn es nach mir gehen würde, vielleicht auch Flash. Aber vor allem, und das können wir als Agentur in diesem Bereich sagen, ist momentan eher das Interesse an Open Source gewaltig. Für den Social Commerce ist das von immenser Bedeutung. Mit diesen Schritten wird viel Potential erschlossen, in zwei oder drei Jahren auch Social Commerce zur Praxis zu machen.

Erst wenn sich Modelle bewiesen haben, kann man davon ausgehen, dass Social Commerce zumindest bei Shopbetreibern nicht nur theoretisch auf der Agenda bzw. der Jahresplanung stehen wird. Im Customer-Bereich ist Social Commerce schon lange erprobte Praxis. Deswegen ist es auch schwierig zu sagen, Social Commerce sei ein Megatrend. Ist es nicht, denn seine Funktionen basieren auf ganz natürlichem menschlichen Verhalten des Konsums.

Trends auszurufen ist nicht sonderlich schwer und gehört standardmäßig zum Marketing. Auch sind die meisten Definitionen für Social Commerce zu kurz gegriffen und auf Empfehlungshandel reduziert. Darunter kann man sich ziemlich viel vorstellen.

Eine wirklich tolle Umsetzung haben die Jungs bei SocialCommerceToday.com geleistet, indem sie aus einem Definitionskatalog von Social-Commerce-Akteuren eine Word-Cloud erstellt haben:

social_commerce_wordle (1)

Paul Marsden, Autor bei SocialCommerceToday.com schreibt:

Social Commerce is a buzzword and it’s hot lexical real estate, evoking a fusion of two big digital trends of ‘social media’ and ‘e-commerce’. As a result, social commerce means different things to different people (see list below), and it’s been the target of a number definitional land-grabs by businesses seeking to define the term based on what they sell.

Hier ein paar Beispiele für Definitionen, fernab von Wikipedia oder Trend-2010-Artikeln, chronologisch geordnet (zusammengestellt von Paul Marsden), absolut empfehlenswert:

1. David Beach (Yahoo) – “Social Commerce via the Shoposphere & Pick Lists“, November 2005

2. Dave Beisel (Venrock) – “The Beginning of Social Commerce“, Dezember 2005

3. Steve Rubel (Edelmann) – “2006 Trends to Watch Part II: Social Commerce“, Dezember 2005

(“[...] Creating places where people can collaborate online, get advice from trusted individuals, find goods and services and then purchase them. [...]“)

4. Dave Beisel (Venrock) – “The Emerging Field of Social Commerce and Social Shopping“, November 2006

5. Ken Goldstein (Shop.com) – “Prepare for social commerce“, Dezember 2006

(“[...] Creating new and more meaningful ways for retailers to interact with customers [through] search, communication and community. [...]“)

6. Sam Decker (Bazaarvoice) – “The Big Idea Behind Social Commerce“, Juni 2007 bei imediaconnection.com

7. Linus Gregoriadis (eConsultancy) – Slideshare: “Social Commerce Presentation“, August 2007

8. Lee Raito (LeeRaito.com) – “Social Commerce Chapter“, August 2007

(“[...] A trusted environment where friends, family and acquaintances dynamically contribute content to the referral and sale of goods and services though positive and negative feedback, reviews, ratings and testimonials regarding their experiences past & present. In short, social commerce is a trusted environment of which prospective consumers make buying decisions based on the advice of a network of friends and family, not strangers they don’t know or trust. [...]“)

9. Jay Deragon (Social Media Directions) – “Will 2008 be the Year of Social Commerce?“, Januar 2008

10. u.a. Jochen Krisch (Optaros) – “Social Commerce: Verkaufen im Community-Zeitalter“, PDF, Januar 2008

11. Brendan Gibbons (Practical eCommerce) – “Social Commerce For Social Media“, Mai 2008

12. Craig Agranoff (Scommerce) – “Do Your Friends Know What You Do?“, September 2008

13. Andrew Stephen & Olivier Toubia (Columbia / INSEAD) – “Derivinf Value from Social Commerce Networks“, PDF, September 2008

(“[...] Emerging trend in which sellers are connected in online social networks, and where sellers are individuals instead of firms. [The distinction between social shopping and social commerce is that while social shopping connects customers, social commerce connects sellers]. [...]“)

14. Jeremiah Owyang (Forrester) – “The Future of the Social Web: In Five Eras“, April 2009

(“[...] Brands will serve community interests and grow based on community advocacy as users continue to drive innovation in this direction. [...]“)

15. Sebastian Herold (dotSource) – “Wie hat man Social Commerce zu verstehen?“, Juni 2009

16. Paul Dunay (Avaya) – “The Future of Social Shopping“, Oktober 2009

17. IBM – “Social Commerce“, Oktober 2009

18. Fumi Matsumoto (Allurent) – “Social commerce: Strategies for extending online shopping beyond the e-commerce site“, November 2009

19. Peter Höschl (Shopanbieter.de) – “E-Commerce Branche sucht nach einem erfolgreichen Weg zum Social Commerce“, November 2009



3 Reaktionen zu “Social Commerce 2010”

  1. Tweets die Social Commerce 2010 « ||| SOCIAL COMMERCE BLOG ||| E-Commerce goes Social Commerce erwähnt -- Topsy.com

    Am 18. November 2009 um 16:04 Uhr

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Hagen Fisbeck und Handelskraft, Sebastian Herold erwähnt. Sebastian Herold sagte: New blog post: Social Commerce 2010 http://www.socialcommerce.de/2009/11/18/social-commerce-2010/ [...]

  2. Ulrike Piesch

    Am 18. November 2009 um 16:13 Uhr

    Hallo Sebastian,

    ich denke auch, es wird Zeit, dass sich Social Commerce endlich auch in Deutschland durchsetzt! Und warum nicht schon 2010? Wir bei Ciao bemerken ein wachsendes Interesse der Unternehmen an dem Thema und dadurch auch an den Angeboten, die wir als Shopping- und Verbrauchercommunity zu bieten haben. Ich denke allerdings, dass noch eine Menge an Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, auch innerhalb der Unternehmen. Wie du schon sagtest: „es ist auf dem Radar und die Entwicklung geht in die Richtung“. Ich denke viele Marketer haben das Thema Social Commerce schon lange auf dem Wunschzettel, können es allerdings schwer intern „verkaufen“ oder in seiner Komplexität greifen. Ein großer Teil des Widerstands innerhalb eines Unternehmens scheint vom fehlenden Social Commerce-Verständnis des Managements herzurühren. Schritt Nummer Eins zu einer erfolgreichen Implementierung muss daher eine detaillierte Erklärung des Begriffs Social Commerce sein: Studien sammeln, Best Practise und Business Case ausarbeiten und so die Chancen für das Business und die positive Wirkung auf die KPI´s darstellen. Außerdem sehen viel zu viele Unternehmen das Thema noch immer als Kampagne an, anstatt als Teil der Gesamtstrategie. Meiner Meinung nach werden hier viele Chancen verschenkt.

    Gruß
    Uli von ciao.de

  3. Sebastian

    Am 19. November 2009 um 15:32 Uhr

    @Ulrike
    Du hast mit deinen Ausführungen recht. Und ich kann dir in einem Punkt besonders zustimmen: “Außerdem sehen viel zu viele Unternehmen das Thema noch immer als Kampagne an, anstatt als Teil der Gesamtstrategie.

    Das ist der springende Punkt. Ich würde die Begrifflichkeit “Social Commerce” gerne von dem Begriff “Trend” losgelöst sehen. Besonders im sozialen Netz, ist die Ansprache schwieriger für Entscheider, bedeuten Kampagnen doch in der Regel, dass man eine Botschaft transportiert. Social Commerce ist kein Trend, wie schon Shoplupe festgestellt hat, es ist natürliches Verhalten der Nutzer. Die meisten User tun es und keiner hat den Begriff Social Commerce im Hinterkopf. Es passiert einfach. So definiert man doch keinen Trend.

    Danke für deinen Kommentar.

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