Monatsarchiv für März 2010


Marketing-Hysterie um Social Commerce

Verfasst am 29. März 2010 von .

Eine recht ansehnliche E-Commerce-Präsentation („E-Commerce Trends 2010“) lieferte vergangene Woche das Schweizer Unternehmen unic AG, in der vor allem das Thema Social Commerce ausführlich aufgegriffen und behandelt wurde, ähnlich wie in der Präsentation von Hediye Evsan:
Link zur Präsentation
Mal davon abgesehen, dass solche Präsentationen sehr hilfreich dabei sind, einen groben Überblick über das bereits Vorhandene und Mögliche zu schaffen, propagieren sie jedoch das Thema Social Commerce oftmals hysterisch als absoluten Megatrend.

Sicherlich ist Sinn und Zweck dieser Maßnahmen (außer sich ins Gespräch zu bringen) für das Thema zu sensibilisieren, allerdings hat man oftmals das Gefühl, als wolle man eine Entwicklung künstlich anschieben.

Wer Social Commerce im Diskurs immer noch als Trend, ja als Megatrend, behandelt, sieht zwar in die richtige Richtung, blendet andere jedoch (unabsichtlich) im Bezug auf Konzepte und Voraussetzungen, die dieses Thema mit sich bringt. Sich Social Commerce kompliziert zu reden ist bei weitem genauso falsch wie es sich als zu einfach vorzustellen.

Social Commerce ist kein Trend, auch kein Megatrend. Es ist richtig, dass der E-Commerce an einigen Punkten bereits experimentiert, aber er besteht noch zu mehr als 90-95 Prozent aus der klassischen Präsenz, in der das höchste der Gefühle Kommentar- und Bewertungsmöglichkeiten, sowie Anbindung zu Facebook oder Twitter darstellen.

Social Commerce wird so dermaßen als Hype aufgeblasen, da kann keine Unternehmung in dem Bereich mit Zahlen mithalten.

Wenn man über Social Commerce berichtet, dann wäre es also auch sehr wünschenswert darauf hinzuweisen, dass sich der E-Commerce sehr langsam weiterentwickelt und nicht, wie viele annehmen und in den Markt schreien, dass sich aus dem E-Commerce etwas heraus entwickelt.

Was ich übrigens sehr spannend finde, ist, dass aus den Ansätzen, die bereits am Markt verfolgt werden, sich die Protagonisten wie so manche Groupon-Adaption (DailyDeal) bereits im Bereich Social Commerce positionieren und das auch in ihren Stellenausschreibungen berücksichtigen: hier.


Social-Commerce-Technologieanbieter PowerReviews erhält weitere Kapitalspritze

Verfasst am 23. März 2010 von .

PowerReviews, ein US-amerikanischer Anbieter für Kundenbewertungs- und Rezensions-Technologie für Onlineshops und direkter Konkurrent von Social-Commerce-Technologieanbieter Bazaarvoice, hat eine weitere Kapitalspritze in Höhe von 6,1 Mio. Dollar erhalten. Nach der ersten Runde im Dezember 2005 (6,25 Mio. Dollar), der zweiten im September 2007 (15 Mio. Dollar) und der dritten im Dezember 2009 (4,93 Mio. Dollar) beläuft sich das Gesamt-Investment nach der jetzigen Runde auf stolze 32,28 Mio. Dollar.

PowerReviews

Laut Internet Retailer handelt es sich bei den Investoren um Menlo Ventures und Tenaya Capital, die diese vierte Investment-Runde derzeit anführen.

Das Kapital soll für weitere Kundenakquise eingesetzt werden und die Produktentwicklung weiter antreiben.

Auch Bazaarvoice kann mittlerweile auf drei Kapitalrunden in einer Gesamthöhe von 19,9 Mio. Dollar zurückblicken.

Bewertungen, Kommentare, Rezensionen, generell User Generated Content, sind zu einem essentiellen Bestandteil im spannenden Onlineshopping geworden. Man kann gar nicht oft genug betonen, dass auch die Märkte im Netz Gespräche sind, die mithilfe von spannender und intelligenter Social-Commerce-Technologie erschlossen werden.


Das Überraschungselement im Social Shopping am Beispiel Mellowball

Verfasst am 19. März 2010 von .

Eine wirklich ganz schöne Idee verfolgt das Social-Shopping-„Gimmick“ (eine Plattform ist es ja eher nicht) Mellowball.com. Auf der Startseite wabert und pulsiert eine aus vielen völlig unterschiedlichen Produkten zusammengehaltene Kugel:

mellowball

Per Klick auf diese Kugel, wird diese ein paar Sekunden lang durchgeschüttelt, bis sich eine Überraschung offenbart:

mellowball1

- Sonderangebote aus den Bereichen Fashion, Design, Lifestyle, Technik, Reisen und auch Unterhaltung.

Das Motto „Take it or Shake it!” ist ernst zu nehmen. Denn die täglich variierende Auswahl der Sonderangebote kommt teilweise aus ausgewählten Live-Shopping- und Social-Shopping-Seiten, sowie Shopping-Clubs.

Möchte man ein Sonderangebot kaufen, kann man es per Weiterleitung zu den Partnershops direkt kaufen, oder aber – sofern das Sonderangebot uninteressant ist – die Kugel einfach noch mal für ein weiteres Angebot schütteln.

Kostenlose Nutzung, keine Mitgliedschaft.

Spannend an dieser Idee, ist die spielerische (und visuelle) Umsetzung, die immens viel ungenutztes Potential aufweist. Das Spiel mit dem Überraschungselement, womit Mellowball wirbt, ist nicht neu, wurde im Live-Shopping bereits ausprobiert und ist auch Teil des Groupon-Konzeptes.

hipstery

Das Überraschungsmoment, mit dem beispielsweise auch auf dem Mystery-Shirt-Shop Hipstery.com experimentiert wird, erweitert den Aggregator  Mellowball erheblich. Gerade im E-Commerce ist derzeit Aufbruchsstimmung, in der Themen wie Mobile Commerce, Ausbau der Kommunikationsstrukturen (Social Commerce), aber auch der Spaßfaktor vielseitig diskutiert und teilweise auch ausprobiert werden. Einer dieser Spaßfaktoren ist das Überraschungselement, das bis heute lediglich experimentell (z.B. bei Woot!) und nur sehr rudimentär realisiert wurde.

Und in diesem Punkt, bleibt Mellowball in der derzeitigen Umsetzung weit unter dem Potential.

Verschiedene Funktionalitäten aus dem Social-Commerce-Bereich sind in Mellowball eingearbeitet (Countdown der Sonderangebote, Empfehlungsmöglichkeiten, Bookmarking, Social-Medie-Anbindung zu Facebook und Twitter), wirken hier allerdings sehr altbacken. An Interaktion und Austauschmöglichkeiten fehlt es Mellowball lokal fast vollständig.

Was die Umsetzung und die Idee angeht, können allerdings einige Konzepte und Social-Shopping-Plattformen von diesem Überraschungsgag lernen: Nicht das Produkt in den Vordergrund stellen, sondern den Kunden, in diesem Fall aber den Spielspaß für den Kunden.

Wer die Überraschung beim Einkaufen im Internet sucht, wird hier in jedem Fall ansatzweise bedient. Mit dem innovativen Ansatz. Allerdings darf man hier nicht außer Acht lassen, dass die Zielgruppe eine ist, die nicht nach spezifischen Produkten sucht, was allerdings eine klare Abgrenzung zur Produktsuchmaschine darstellt.

Für Groupon-Adaptionen ist das ein durchaus inspirierender Ansatz. Allerdings auch für andere Konzepte.


Video zur Geschichte der Coca-Cola-Fanpage auf Facebook

Verfasst am 17. März 2010 von .

Im August 2008 beschlossen zwei Facebook-Nutzer aus einer Laune heraus, ungefragt eine Fanseite für Coca-Cola auf  Facebook zu erstellen, einfach weil sie Cola mochten. Damit entstand die weltweit erste Produkt-Fanpage. Heute, knapp anderthalb Jahre später, kann die Coca-Cola-Fanpage auf stolze 5,2 Mio. Fans blicken.

Coca-Cola hat das Potential der Fanpage relativ schnell erkannt und konnte vor allem wegen des Wiedererkennungswerts relativ schnell Fuß im Social-Media-Bereich fassen.

Coca-Cola gab bei den beiden Gründern das Erstellen ihrer Geschichte in Auftrag. Die Geschichte der Coca-Cola-Fanpage. Sehr gelungen wie ich finde:

Link zum Video