Und immer wieder Social Commerce

Verfasst am 5. Juli 2010 von .

Eine rege Diskussionswelle, die von Jochen Krisch auf Exciting Commerce losgetreten wurde, ist im vergangenen Monat entstanden, als Paul Marsden den Begriff Social Commerce neu definierte und auch prompt den Eintrag zu seinen Gunsten auf Wikipedia abänderte.

Neben dem Kritikpunkt PR in eigener Sache unter dem Deckmantel von Wissenschaftlichkeit, gab es in der Diskussion noch eine andere Komponente.

Auf der einen Seite steht Madsens Definition, die sehr auf die medientechnischen und ökonomischen Bedingungen ausgelegt ist. Auf der anderen Seite steht der Mensch, der nicht nur Mittel zum Zweck ist, sonder aktiv daran beteiligt ist, ob ein Produkt angenommen wird oder nicht.

Wozu die Debatte über den Begriff Social Commerce?

Der Diskurs über das Begriffspaar Social Commerce ist nicht nur reine Fachsimpelei. Hier geht es nicht nur um eine reine Begriffsdefinition, sondern darum das Verhalten in den Netzwerken zu verstehen. Es gibt noch viele Anwender von Vernetzungsmöglichkeiten zu sozialen Netzwerken, die glauben mit dem reinen Connect sei alles erledigt und die potentiellen Akteure handeln von selbst. Buttons werden gesetzt, Fanpages eröffnet und Applikationen werden kreiert, die darauf warten genutzt zu werden.

Link zum Video

Eine spezifischere Perspektive?

Eigentlich ist die Debatte bereits ausgereizt, dennoch ist seit einigen Stunden eine interessante Diskussion der Isarrunde zu verfolgen. Zu Beginn lief der Meinungsaustausch etwas schleppend. Positiv war jedoch der weitere Verlauf, indem die Teilnehmer dennoch nicht auf einer allgemeinen Definitionsebene stehen blieben. Am Beispiel von Empfehlungen geht Micheal Reuter auf das Verhalten von Menschen in sozialen Netzwerken ein. Er führte an, dass ein erwarteter Cash-Back das soziale stört, da ein Produkt nur im Gegenzug zu einer Gegenleistung empfohlen wird. Das Facebookprofil ist zum Beispiel ein sehr privater Raum. So fallen mir auf Anhieb zwei Gründe ein, warum ein Produkt auf Facebook überhaupt empfohlen oder diskutiert werden könnten:

  • Ansprache des extensiven oder limitierten Kaufverhaltens, da die Meinung eines anderen hier sehr hilfreich sein kann
  • Ein hohes Involvement – was wahrlich nicht bei jedem Produkt und jedem der Freunde gegeben ist
  • Einer meiner Freunde hat das Produkt selbst kreiert

Beachtet werden sollte jedoch, dass jedes Netzwerk und die beteiligten Akteure nach eigenen Gesetzten funktionieren. Das Internet ist auf keinen Fall nur im Singular vertreten. Das Manko ist, dass zwar immer wieder Nutzerstatistiken aufgeführt werden (Facebook hat Millionen User, deshalb wird Ihre Kampagne zum auf jeden Fall zum Erfolg), aber kaum genaue Analysen über das Soziale in den einzelnen sozialen Netzwerken bekannt sind.

Siehe auch:

(No Ratings Yet)
Loading...



5 Reaktionen zu “Und immer wieder Social Commerce”

  1. Michael Reuter

    Am 6. Juli 2010 um 20:37 Uhr

    Hallo Sebastian,

    danke, dass Du unseren Beitrag „Social Commerce“ aufgreifst und besprichst. Wenn ich Deinen Beitrag richtig lese, siehst Du auch eine grundsätzliche Unvereinbarkeit des „sozialen“ (in: Soziales Netzwerk) mit dem „commerce“ bzw. der Produktempfehlung.

    Wir haben nach Aufnahme der Episode noch weiter diskutiert und uns so etwa hierauf geeinigt: Gibt ein Nutzer eines Sozialen Netzwerks eine passive Produktempfehlung ab (z.B. amazon Bücher Widget), kann die Empfehlung durchaus „sozial“ – d.h. Im Netzwerk – funktionieren. Sobald der Verdienst jedoch als Motor einer Empfehlung angesehen wird – das ist bei den meisten aktiven Empfehlungen der Fall – funktioniert „das soziale“ nicht mehr.

    Was denkst Du?

    Gruß, Michael

  2. Michael

    Am 6. Juli 2010 um 23:38 Uhr

    Hm. Komisch. Jetzt ist mein Kommentar weg. Schade.

  3. Exciting Commerce: Social Commerce: Ist Wikipedia ein legitimes Social Media Marketing Tool?

    Am 12. Juli 2010 um 14:37 Uhr

    […] deutschen Social Commerce Eintrag vergleicht.PS: In dieser Woche wurde uns außerdem noch dieses Dokument des Schreckens zugespielt: In Social Media Kreisen lässt es sich über Social Commerce also auch komplett ohne Sinn und […]

  4. sbartmann

    Am 13. August 2010 um 21:50 Uhr

    Hallo Michael.

    entschuldige die sehr späte Antwort. Ich musste mich erst einmal in die Kommentarfunktion des Blogs einarbeiten. Sebastian ist mittlerweile in das Projektmanagement übergegangen und das S vor dem Bartmann steht für Sabine.

    Zu der Frage. Ich denke auch, dass Empfehlungen über monetäre Verdienstmöglichkeiten kaum erfolgversprechend sind. Empfehlungen mit einer Verdienstmöglichkeit haben für mich eher den Hauch eines Mary Kay Vertreters. Eine Unvereinbarkeit sehe ich nicht direkt. Ich habe mir nur die Frage gestellt, warum ich meinen „Freunden“ auf Facebook ein Produkt empfehlen sollte. Ich wollte mit dem Beitrag eher anmerken, dass aus der Sicht der Shopbetreiber diese Fragen natürlich auch gestellt werden muss. Bei Empfehlungen zu technischen Geräten gibt es wahrscheinlig einige, die dankbar dafür sind, da hier die Kaufentscheidung etwas länger dauert, als bei anderen Produkten. Bei dem Armband xy ist das dann schon etwas anderes.

  5. Was ist eigentlich … Social Commerce? » e-Commerce Blog | dbu Unternehmensberatung GmbH, Karlsruhe | Exzellenz in Kundenorientierung.

    Am 31. Januar 2011 um 13:18 Uhr

    […] auch heftig gestritten, was die genauen Kennzeichen, Ausprägungen und Definitionen sind. Dieser Diskussion können und wollen wir uns gar nicht anschließen. Geht es doch aus unserer Sicht in erster […]

Einen Kommentar schreiben