Monatsarchiv für August 2010


Wie viel Personalisierung verträgt der E-Commerce?

Verfasst am 27. August 2010 von .

Letzten Monat realisierte Groupon personalisierte Deals. Diese basieren auf den Kriterien Geschlecht, Kaufverhalten und dem vorher im Account eingetragenen Interessen. Die persönlich zugeschnittenen Angebote werden den Usern per Newsletter zugesandt. In der Pressemeldung lässt sich, wie auch bereits auf Exciting Commerce erwähnt, die Begründung für diesen Schritt finden:

“Today Groupon unveiled Personalized Deals, a new service that tailors each Groupon subscriber’s stream of daily deals to their personal preferences and buying history. Customizing deals allows Groupon to run more deals for businesses that are located outside of city centers, that cater to niche audiences, or that aren’t seeking the heavy volume traditional Groupons deliver.  Sending different deals to different users also helps address the overwhelming demand from merchants to be featured on Groupon.”

groupon

Bereits bei Kassenzone wurde Groupon von Alexander Graf kritisiert:

„Wenn ich z.B. nur Sportaktionen bekommen möchte, sinkt meine Impulskaufwahrscheinlichkeit für z.B. eine Kaffeemaschine auf fast Null. Das ist nachvollziehbar und stimmt wahrscheinlich für die meisten Nutzer, die begeistert die Newsletter lesen.“

Hier stellt sich generell die Frage, wie viel Personalisierung für ein Wachstum im E-Commerce gesund ist. Erst kürzlich wurde die Betaphase eines neuen Social Networks mit dem Namen revvler, ein Projekt der Vimedi GmbH unter der Leitung von Mike Wagener und Marc Kornblum, bekannt gegeben. Wie bei Ebay kann hier mit Produkten gehandelt werden. Der einzige Unterschied ist, dass die Angebote eine persönliche Note bekommen. So heißt es im Blog:

„revvler steht für mehr Persönlichkeit beim online shopping. User nehmen den entscheidenden Part auf revvler ein. Sie und ihre Geschichte rücken in den Fokus. Nicht nur die Produkte und Dienstleistungen zählen auf revvler, sondern entscheidender Faktor ist der User selbst.“

revvler

Die Personalisierung geschieht durch das Anlegen eines Profils und das Hochladen eines Fotos. Beides soll dem Käufer mehr Glaubwürdigkeit vermitteln. Jedes Mitglied wird über personalisierte, aber auch allgemeine Angebote informiert. Zudem können diese ihre Suchanfragen einstellen und ähnlich wie bei My-Hammer.de auf die besten Angebote warten. Offenheit steht hier gegenüber der Geschlossenheit. Impulskäufe gegenüber der Personalisierung.

Zu Beginn werden im Laufe des Angebot- und Nachfrageprozess noch keine Nischenprodukte, wie bei Ebay, feststellbar sein, da nur das angeboten werden kann, was auch auf der Plattform gesucht wird und aus Erfahrungswerten abgeleitet entspricht dies oft einem allgemeinen Interesse. Wer seinen alten Fernseher bei dem Marktführer loswerden kann, wird ihn wahrscheinlich nicht auf einer noch unbekannten Plattform verkaufen können. Und Sucher von Produkten werden verzweifelt auf Angebote warten, zumindest, wenn die Nachfrage dafür zu hoch ist oder die Suche zu spezifisch gestellt wurde.

revvler wird es schwer haben auch nur einigermaßen mit Ebay mit halten zu können. (Was natürlich noch lange nicht heißt, dass die Plattform nicht kostendeckend arbeiten kann und generell ein ideenreiches Konzept umgesetzt wurde). Um wieder zu Personalisierten Angeboten und Impulskäufen zurückzukommen. Vielleicht wird revvler über kurz oder lang auf Impulskäufe abzielen müssen, so wie es Ebay mit seinem Mode Outlet oder aktuellen Angeboten auf der Startseite vorführt.


Rightcliq im Test

Verfasst am 21. August 2010 von .

Visa hat vor Kurzem mit Rightcliq eine neue Shoppingplattform gelauncht. Eine reine Plattform ist es eigentlich nicht, sondern vielmehr eine Kombination mit einer Toolbar für den Browser. Während des Onlineshopbummels können sich User mit der Hilfe von Rightcliq Produkte merken und ihren Freunden weiterempfehlen, die dann auf dem Wishspace von Rightcliq abgebildet werden.

Add to Wishspace

Kritik:
Eigentlich gibt es nicht viel zu bemängeln. Einige Schwierigkeiten gibt es bei dem Hinzufügen von Produkten. Dafür sollen Bilder auf ein Fenster gezogen werden, darunter die Bemerkung, dass bestimmte Flashbilder mit Rightcliq nicht kompatibel sind. Das Hinzufügen funktioniert oft auch nur, wenn erst die Shopseite und dann das Tool aufgerufen wird, jedoch eher nicht vice versa.

Save Purchase

Lob:
Bei dem Hinzufügen, können die Produkte auch gleich Kategorisiert werden. Zudem ist es möglich Freunde per Email oder Facebook um Rat zu fragen. Auf der Plattform von Rightcliq können Details zu der Kreditkarte angegeben werden. Bei dem Checkout können diese dann bei dem Kauf eines Artikels mit dem Tool automatisch eingetragen werden. Alle Käufe werden ebenso auf der Plattform aufgeführt.

Wishspace

Fazit:
Fischen und Sammeln lauten hier die Stichworte. Erst sucht sich der User mit dem Tool einen Artikel aus, der dann auf der Plattform eingesehen und zur Bewertung versendet werden kann. Vielleicht weiß der Otto-Normal-Käufer mit dem Tool nicht viel anzufangen, aber für jeden Shopaholic wird Rightcliq eine wahre Freude sein.

Siehe auch:


Die erste Kunstmesse online

Verfasst am 18. August 2010 von .

Wer intensiv mit Kunsthändlern in Kontakt treten und dabei die Möglichkeiten des Web 2.0 nutzen möchte, kann vom 22. bis 30 Januar 2011 an der VIP Art Fair teilnehmen. Das Event bietet ein breites Spektrum an Gallerien, die in der ganzen Welt verstreut, zum Beispiel in New York, London, Tokyo, Berlin oder Zürich, zu finden sind.

VipArtFair

Ins Leben gerufen wurde die Online-Kunstmesse unter anderem von den Galeristen James und Jane Cohan und den IT-Spezialisten Jonas und Alessandra Almgren. Das Ziel der Messe ist es eine Community zu schaffen. So führt Cohan an:

„Wir haben die angesehensten internationalen Galerien – sowohl etablierte als auch jüngere – eingeladen, für dieses Online-Event zusammenzukommen. So schaffen wir eine virtuelle Community, die es Sammlern, Kuratoren und der interessierten Öffentlichkeit ermöglicht, auf herausragende Galerien zuzugreifen und etwas über ihre Künstler zu erfahren – und all dies mit nie zuvor da gewesener Leichtigkeit und natürlich unter Wahrung absoluter Diskretion.“

Die Onlineplattform ermöglicht eine Reihe von Interaktionsmöglichkeiten. Galerien lassen sich innerhalb eines Online-Rundgangs erkunden. Teilnehmer können nach bestimmten Interessensgebieten suchen, sich virtuell in einer VIP-Lounge treffen, Filme anschauen oder sich zum Beispiel per Instant Messaging oder Telefon unterhalten und Kontakte knüpfen.

Das Anschauen der Sammlungen ist kostenlos. Für das Nutzen der Interaktionsmöglichkeiten muss ein Ticket erworben werden, dass 100 US Dollar beträgt.

Welche Art der Kontaktaufnahme nun effektiver ist, mag jeder selbst für sich entscheiden.


Ein Leben lässt sich planen – Communitys für die wichtigsten Lebensphasen

Verfasst am 14. August 2010 von .

Ausschnitte aus dem Leben gibt fast jeder in der digitalen Welt preis, seien es nun Fotos, Videos, Blogeinträge oder  anderer Content.  Für bestimmte Lebensphasen gibt es aber auch Communitys, die den Nutzern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Seitdem wir an der Entwicklung von Hochzeitsplaza.de beteiligt sind, fiel mir dieses Konzept umso mehr ins Auge.

Hochzeitsplaza

Besonders für den Bereich Geburt und Schwangerschaft sind seit geraumer Zeit Communitys im Web zu finden. So wie netmoms.de, das Portal für Mütter, dessen Investor Tiburon erst im letzten Monat von der E-Commerce Allianz übernommen wurde. Portale rund ums Baby lassen sich erfolgreich vermarkten, was nicht zuletzt diapers.com beweist. Auch Communitys zu Hochzeitsthemen sind sehr beliebt unter den heiratswilligen. Die Ratgeber-Portale für verschiedene Lebensphasen haben einschlägige Gemeinsamkeiten:

  • Ein Forum, in dem die wichtigsten Themen zu der bestimmten Lebensphase behandelt werden.
  • Redaktioneller Content mit Ratgeberthemen/Expertenwissen
  • Die Einbindung externer Onlineshops, passend zu der thematischen Ausrichtung (Für die Umsetzung von Hochzeitsplaza.de auf Magento wurde für das Onlineshop- Anbieterverzeichnis der Produktkatalog modifiziert)
  • Einen regionalen Bezug (z. B.: Brautausstatter, Geburtskliniken etc.)
  • Die Möglichkeit die Lebensphase zu dokumentieren (Fotos, Geburtstermin etc.)

netmoms

Im Unterschied zu dem Konzept von netmoms.de ist Hochzeitsplaza.de stärker auf das Planen des Zeitraums rund um die Hochzeit ausgelegt. Damit eröffnet das Portal neue Möglichkeiten.

Die aufgeführten Kriterien werden hier durch das Arrangieren des Ereignisses Hochzeit kanalisiert. So kann die Festlichkeit mit verschiedenen Tools, wie zum Beispiel einem Budgetrechner oder der Gästeliste koordiniert werden. Bleibt abzuwarten, ob sich das Online-Planen von Lebensabschnitten zu einem Trend entwickelt.

PS: Ein etwas ungewöhnliches Planungstool, mit dem sich der Lebenszyklus schließt, lässt sich auf Springwise finden.

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Generation G – buy one, give one

Verfasst am 12. August 2010 von .

Auf dem Blog für innovative Businessideen Springwise wird seit einiger Zeitdas Aufkommen von buy one, donate one-Konzepten im englischsprachigen Raum deutlich. So heißt es dort:

The “buy one, donate one” initiatives are coming fast and furious.

Der Tochterblog Trendwatching.com hat bereits im letzten Jahr einen Begriff dazu ins Leben gerufen: Generation G. Das G ist die Abkürzung für genorosity und geht laut dem Blog aus der Finanzkrise Hervor. Die Annahme: Konsumenten sind enttäuscht von der Gier der Unternehmen und Banken während der Krise und spenden deshalb mehr für soziale Projekte. Wie das Aufkommen der buy one, give one Portale auch begründet sein mag, interessant ist, wie sie sich online Positionieren.

buyonegiveone

Sarah Spivey, CMO der Convio Inc. schreibt, in dem Blog Advertising Age über Nonprofit Organisationen im Digitalen Zeitalter. Die Spender, die digital hauptsächlich per E-Mail zum Spenden aufgerufen wurden, reagieren nun immer mehr auf andere digitale Kanäle, die in dem Artikel jedoch nicht genau spezifiziert werden. Bei den Projekten, die bei Springwise aufgeführt sind, ist dieser Umstand nicht oder nur im geringen Maße zu entdecken. Es gibt so gut wie keinen Kontakt zu anderen Käufern. Dennoch sind hier andere Vorteile zu finden, welche die digitale Umsetzung birgt. In Sachen Design besitzt jedes der Portale einen zeitbezogenen Anstrich. Neue Produkte werden, wie zum Beispiel bei Toms Shoes, angeteasert, Videos werden eingebunden und geschickt platziert und selbst das Sortiment wirkt ansprechend. Buy one, give one-Konzepte sind nun auf die E-Commerce-Welle aufgesprungen und schaffen Reichweite, indem sie auch die Personen adressieren, die nicht oder weniger ideell mit sozialen Projekten verwurzelt sind.

buy one, give one-Shops: