Archiv für die Kategorie ‘Social Commerce’

Video: Für welche Bereiche im E-Commerce eignet sich Social Commerce?

19. Februar 2010

Wie vor einer Woche bereits auf Handelskraft.de („Social Commerce: Transparenz im modernen Handel“ ) angesprochen, wird das Thema Social Commerce derzeit viel herumgereicht und diskutiert.

Einige wenige wirklich gute Übersichtsberichte zum Thema Social Commerce sind auch nach zwei Jahren noch hochaktuell. Oder auch die sehr schöne seit einigen Tagen im Netz kursierende Social-Commerce-Präsentation von Hediye Evsan:

Dass das Thema derzeit so populär wird und sich Diskurse verdichten, führt zu vielen Fragen. Fragen, mit denen sich vor allem Marketers herumschlagen müssen. Die einen oder anderen haben das Thema jetzt auf dem Schirm, wollen auch auf den Social-Commerce-Zug aufspringen, 2010 oder 2011 und werden sicherlich Schwierigkeiten haben, Mehrwerte und Konzeptvorschläge den Entscheidern von Onlinestore zu kommunizieren.

Wer derzeit mit Social Commerce herumexperimentiert, was auf dem Markt derzeit möglich ist, welche Ideen bisher umgesetzt wurden, ist den Verweisen oben zu entnehmen.

Aber: Für wen eignet sich Social Commerce überhaupt? Welche E-Commerce-Segmente könnten davon profitieren? Und was muss schon da sein, bevor man überhaupt an die Umsetzung von Social Commerce denkt?

Ein kaum beachtetes, ein Jahr altes, aber dennoch sehr aktuelles Interview mit Online-Marketing-Professional Dr. Torsten Schwarz zum Thema Social Commerce, zeigt vor allem auf, was im aktuellen Hype des Themas zu kurz kommt: Was ist die Basis für den Einsatz von Social-Commerce-Elementen auf einem Onlineshop?

Wie Torsten Schwarz richtig formuliert, ist Social Commerce derzeit ein Add-On. Themen wie Community, speziell für Kommentare, Bewertungen, Rezensionen und die Wirkungsweisen dieser auf den Online-Kunden, wurden schon in einigen Studien skizziert und belegt.

Das gilt jedoch nicht für jedes E-Commerce-Segment. Deswegen Vorsicht, wenn der Hype um Social Commerce in diesem Jahr noch lauter wird, man sollte sich davon nicht blenden lassen, wenn die Ausrichtung des Shops, die Zielgruppe ungeeignet ist.

Und machen wir uns nichts vor: Der Begriff Social Commerce oder auch Social Shopping ist noch immer mit großen Fragezeichen behaftet und wird derzeit größtenteils in der E-Commerce-Branche diskutiert, und nicht außerhalb.

Social Commerce: DaWanda mit 350 Prozent mehr Umsatz

15. Dezember 2009

dawandalogoDaWanda, der „Marktplatz für einzigartige Geschenke“, feiert seinen dritten Geburtstag (Herzlichen Glückwunsch auch meinerseits). Wie auch deutsche-startups bereits berichteten, konnte DaWanda von 250 Herstellern mit 1500 Produkten, 1200 Mitgliedern und 200000 PIs auf mittlerweile 50000 Hersteller mit 650000 Produkten, 420000 Mitgliedern und 60 Millionen PIs (im Monat) wachsen.

dawanda

Laut Angaben DaWandas, wächst der Umsatz um 350 Prozent pro Jahr. Eine kleine Milchmädchenrechnung seitens deutsche-startups ergibt, dass DaWanda damit nun einen siebenstelligen Umsatz für 2009 erwirtschaftet und bereits vor Weihnachten über eine Million Produkte verkauft haben soll.

DaWanda, das seinen Erfolg vor allem der außergewöhnlichen Produktpalette verdankt, strebt 2010 eine Umsatz-Verdreifachung und eine Mitglieder-Verdopplung an und will auf dem französischen Markt weiterhin Fuß fassen.

Die Social-Commerce-Plattform zog Anfang 2009 mit Etsy gleich, als man Einstellgebühren einführte, die sich zwischen 10 und 30 Cent pro (nicht) verkauftes Produkt belaufen. Jochen Krisch berichtete über diese Einführung von Einstellungsgebühren bei DaWanda bereits Anfang dieses Jahres: DaWanda erwartet Geldsegen zum Jahresanfang.

etsy

Neben den Einstellgebühren, der Umsatzprovision von 5 Prozent, gibt es sowohl bei Etsy als auch bei DaWanda die Möglichkeit Werbefelder zu kaufen, die bei DaWanda sehr schön als Logenplätze zentral auf der Startseite eingearbeitet wurden:

dawanda1

Wie das bei spannenden Modellen so ist, gibt es immer wieder Versuche mit ähnlichem oder gleichem Konzept an die Erfolge anderer anzuknüpfen. Im Fall Etsy und DaWanda sind das nicht wenige Anbieter, wobei sich mittlerweile mindestens einer wieder verabschiedet hat: Mintd.

Ein weiterer deutscher Anbieter ist beispielsweise vondir.de.

Der erfolgreiche Social-Commerce-Ausflug von Best Buy

27. November 2009

best_buy_logo_1Best Buy, ein US-amerikanisches Unternehmen für Unterhaltungselektronik, setzt für sich selber weiter wichtige Impulse im Social-Commerce-Bereich. Und zwar da, wo sich die Peers finden und hin und wieder auch beraten und weiterempfehlen: auf Facebook. Und Best Buy brauch da keinen Vergleich mit der Adidas-Fanpage zu scheuen, die ihre Stores mit Facebook via Apps verbunden haben: Sowohl der Best Buy Store, als auch die Geschenkidee-App können sich sehen lassen:

bestbuy

Auch der Reiter „Shop + Share“ wurde gekonnt eingebaut. Diese App erlaubt dem Nutzer (potentiellen Käufer) den gesamten Produktkatalog von Best Buy durchzublättern. Ist man fündig geworden, kann man auch gleich einkaufen, man wird automatisch nach dem Klick auf die entsprechende Produktseite von Best Buy weitergeleitet um bezahlen zu können.

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Der Idea Giftr ist ein bisschen weniger entwickelt, als der Rest, aber immer noch um Welten besser als der ganze App-Müll, den vereinzelt deutsche Unternehmen auf Facebook spammen um „eine Zielgruppe online zu erschließen“ mit einem schlechten Quiz am besten. In gewisser Hinsicht, findet sich hier sogar Innovation wieder, wie auch Paul Marsden findet:

„[…] it gives you top rated gift ideas by sex or age – for you or your contacts, and then adds them to your news feed with an I-want-one-of-those or would-you-like-one-of-those comment. By adding better profiling, and allowing people to rate products, Idea Giftr could become the shape of things to come in social recommender systems.

Und ich muss Marsden bei noch einer Sache zustimmen: Hat man sich einem Produkt angenommen und will es einem Freund mitteilen, erscheint folgender Text im Publish Fenster: „I found this gift using Idea Giftr and I thought you would like it. Let me know what you think and get inspired gift ideas powered by real people.

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Das ist wohl der einzige Marketing-Schandfleck in der ansonsten wirklich erfolgreichen und ambitionierten Social-Commerce-Unternehmung von Best Buy.

Und erfolgreich sind diese Unternehmungen ebenfalls: Seitdem die neuen Facebook-Apps vor knapp sechs Wochen gelauncht wurden, ist die Anzahl der Fans von 27000 auf über 1 Million angestiegen.

Best Buy hat die Facebook-Apps für 24 Stunden beworben und damit 163000 User für sich gewonnen. Dann trat der Empfehlungseffekt ein.

Best Buy zeigt damit, dass man auch ohne große Ideen durchaus Mehrwert bieten kann für Kunden und Fans. Falls sich die eine oder andere Marketing-Abteilung gerade jetzt zur Weihnachtszeit Druck machen sollte.

Social Commerce 2010

18. November 2009

Was Social Commerce angeht, wird das nächste Jahr sehr spannend werden, da einige diesen Begriff erst jetzt auf den Schirm bekommen haben. Nach den Messen und Kongressen beginnt für viele die Zeit, Trends auszurufen. Darunter findet sich eben auch Social Commerce. Es wird nun allerdings hierzulande noch eine Weile dauern, bis Social Commerce zum Standard gehören wird. 2010 wird nicht das Jahr des Social Commerce sein. Aber es ist auf dem Radar und die Entwicklung geht in die Richtung. 2010 kann man annehmen, dass Magento weiter auch in Deutschland bzw. Europa wachsen und eingesetzt wird. Auch bei Anbietern in der Größe von mydeco oder globetrotter. Migrationen auf Open Source wird nächstes Jahr definitiv ein großes Thema sein. Der Kontakt in Netzwerke wird verstärkt werden, mit Investitionen im Marketing-Bereich. Mobiles Web. Applikationen. Und wenn es nach mir gehen würde, vielleicht auch Flash. Aber vor allem, und das können wir als Agentur in diesem Bereich sagen, ist momentan eher das Interesse an Open Source gewaltig. Für den Social Commerce ist das von immenser Bedeutung. Mit diesen Schritten wird viel Potential erschlossen, in zwei oder drei Jahren auch Social Commerce zur Praxis zu machen.

Erst wenn sich Modelle bewiesen haben, kann man davon ausgehen, dass Social Commerce zumindest bei Shopbetreibern nicht nur theoretisch auf der Agenda bzw. der Jahresplanung stehen wird. Im Customer-Bereich ist Social Commerce schon lange erprobte Praxis. Deswegen ist es auch schwierig zu sagen, Social Commerce sei ein Megatrend. Ist es nicht, denn seine Funktionen basieren auf ganz natürlichem menschlichen Verhalten des Konsums.

Trends auszurufen ist nicht sonderlich schwer und gehört standardmäßig zum Marketing. Auch sind die meisten Definitionen für Social Commerce zu kurz gegriffen und auf Empfehlungshandel reduziert. Darunter kann man sich ziemlich viel vorstellen.

Eine wirklich tolle Umsetzung haben die Jungs bei SocialCommerceToday.com geleistet, indem sie aus einem Definitionskatalog von Social-Commerce-Akteuren eine Word-Cloud erstellt haben:

social_commerce_wordle (1)

Paul Marsden, Autor bei SocialCommerceToday.com schreibt:

Social Commerce is a buzzword and it’s hot lexical real estate, evoking a fusion of two big digital trends of ’social media’ and ‘e-commerce’. As a result, social commerce means different things to different people (see list below), and it’s been the target of a number definitional land-grabs by businesses seeking to define the term based on what they sell.

Hier ein paar Beispiele für Definitionen, fernab von Wikipedia oder Trend-2010-Artikeln, chronologisch geordnet (zusammengestellt von Paul Marsden), absolut empfehlenswert:

1. David Beach (Yahoo) – “Social Commerce via the Shoposphere & Pick Lists“, November 2005

2. Dave Beisel (Venrock) – “The Beginning of Social Commerce“, Dezember 2005

3. Steve Rubel (Edelmann) – “2006 Trends to Watch Part II: Social Commerce“, Dezember 2005

(”[...] Creating places where people can collaborate online, get advice from trusted individuals, find goods and services and then purchase them. [...]“)

4. Dave Beisel (Venrock) – “The Emerging Field of Social Commerce and Social Shopping“, November 2006

5. Ken Goldstein (Shop.com) – “Prepare for social commerce“, Dezember 2006

(”[...] Creating new and more meaningful ways for retailers to interact with customers [through] search, communication and community. [...]“)

6. Sam Decker (Bazaarvoice) – “The Big Idea Behind Social Commerce“, Juni 2007 bei imediaconnection.com

7. Linus Gregoriadis (eConsultancy) – Slideshare: “Social Commerce Presentation“, August 2007

8. Lee Raito (LeeRaito.com) – “Social Commerce Chapter“, August 2007

(”[...] A trusted environment where friends, family and acquaintances dynamically contribute content to the referral and sale of goods and services though positive and negative feedback, reviews, ratings and testimonials regarding their experiences past & present. In short, social commerce is a trusted environment of which prospective consumers make buying decisions based on the advice of a network of friends and family, not strangers they don’t know or trust. [...]“)

9. Jay Deragon (Social Media Directions) – “Will 2008 be the Year of Social Commerce?“, Januar 2008

10. u.a. Jochen Krisch (Optaros) – “Social Commerce: Verkaufen im Community-Zeitalter“, PDF, Januar 2008

11. Brendan Gibbons (Practical eCommerce) – “Social Commerce For Social Media“, Mai 2008

12. Craig Agranoff (Scommerce) – “Do Your Friends Know What You Do?“, September 2008

13. Andrew Stephen & Olivier Toubia (Columbia / INSEAD) – “Derivinf Value from Social Commerce Networks“, PDF, September 2008

(”[...] Emerging trend in which sellers are connected in online social networks, and where sellers are individuals instead of firms. [The distinction between social shopping and social commerce is that while social shopping connects customers, social commerce connects sellers]. [...]“)

14. Jeremiah Owyang (Forrester) – “The Future of the Social Web: In Five Eras“, April 2009

(”[...] Brands will serve community interests and grow based on community advocacy as users continue to drive innovation in this direction. [...]“)

15. Sebastian Herold (dotSource) – “Wie hat man Social Commerce zu verstehen?“, Juni 2009

16. Paul Dunay (Avaya) – “The Future of Social Shopping“, Oktober 2009

17. IBM – “Social Commerce“, Oktober 2009

18. Fumi Matsumoto (Allurent) – “Social commerce: Strategies for extending online shopping beyond the e-commerce site“, November 2009

19. Peter Höschl (Shopanbieter.de) – “E-Commerce Branche sucht nach einem erfolgreichen Weg zum Social Commerce“, November 2009

Social Commerce in 45 Sekunden

30. Oktober 2009

Was ist eigentlich Social Commerce? Eine Frage, die man äußerst ausführlich beantworten kann. Oder eben in 45 Sekunden, wie die Jungs von Powered.com. Insbesondere eine Stelle, finde ich persönlich, ist sehr richtig: Brands suchen verstärkt den Kontakt zu sozialen Netzwerken, mehr noch, zu ihren Kunden und Fans. Allerdings:

Social commerce is better for brands than social networking because social networking is about people connecting with people and at best brands are inserting themselves into that conversation.