Archiv für die Kategorie ‘Social Commerce’

Das deutsche Lockerz im Test

19. Juli 2010

Für den Monat Juli hat das Magazin für E-Business, Social Media und Web 2.0, t3n die Top 100 Web-Startup Charts herausgegeben. Unter die besten hundert, und sogar unter die besten 50, hat es diesmal Dshini.net geschafft. Die Community funktioniert in etwa nach dem gleichen Prizip wie Lockerz.com, über die vor einiger Zeit auf Social Commerce berichtet wurde.  Das deutsche Lokerz soll hier nicht ungetestet bleiben:

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Kritik:

Das Design von Dshini.net ist nicht gerade optisch ansprechend. Das Logo befindet sich auf einem orangefarbenen Balken in Kombination mit waldgrün, darunter lächelt mich ein Waschbär an, daneben ein Video, wieder mit demselben Waschbär. – Der Webauftritt eines regionalen Tierheims? -

Weiter geht es mit der Registrierung. Bei dem Versuch mein Geburtsjahr einzugeben bin ich gnadenlos gescheitert, die letzen Ziffern der Jahre wurden leider nicht angezeigt, so habe ich mich glatt um fast 20 Jahre älter gemacht. Nach mehr oder weniger erfolgreicher Registrierung bin ich auf meinem Profil angelangt, wieder in orange und waldgrün gehalten, daneben ein Werbebanner von Alice in dunkelrot – nicht nur unser Designer würde bei solchen Farbkombinationen aufschreien. -  Zudem werden die Funktionen mit lieblos gestalteten Icons präsentiert.

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Nachdem ich für das Einloggen und für ein paar Klicks bereits ein paar Dshins bekommen habe, schaute ich mir an, was ich mir in dem Shop dafür kaufen kann – leider noch nichts, diese Funktion soll wohl erst in nächster Zeit ausgebaut werden.

Lob:

Abgesehen von dem Design und dem ein oder anderen Makel bietet Dshini.net zahlreich interessante Funktionen. Für so ziemlich alles kann der Nutzer Punkte bekommen: Für das Nutzen der dortigen Spiele, wie zum Beispiel „Dshini sagt“, angelehnt an das Spiel „Simon sagt“, das Abrufen seines Dshini-Kontos und für das Erfüllen der Dailies. Unter letzteren befinden sich Aufgaben, wie das hinterlassen einer Nachricht auf einer Pinnwand. Die erarbeiteten Dshins können dann im Markt direkt gegen Produkte eingelöst werden. Zudem hat jeder Nutzer die Möglichkeit sich ein Produkt zu wünschen.

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Das Wunschprodukt stammt von einer externen Plattform, z. B. Amazon, der Warenwert wird direkt in Dshins umgerechnet, die unter dem Produkt angezeigt werden. Wenn der Nutzer durch seine Aktivitäten auf der Plattform die benötigten Dshins erreicht, wird das Produkt über Dshini.net direkt zu diesem versendet – der Wunsch ist mit dem Erreichen der Punkte erfüllt. Weiterhin kann mit der Währung auch für soziale Projekte gespendet werden. Der Vorteil an dieser Community liegt darin, dass die Nutzer nicht ihr eigenes Geld einsetzen müssen. Nach eigenen Angaben trägt sich die Plattform durch Werbeeinnahmen.

Unterschiede zu Lockerz.com:

Im Unterschied zu Lockerz.com ist Dshini.net nicht so sehr auf Entertainment, sondern vielmehr auf den sozialen Faktor ausgelegt. (Neben der Möglichkeit für Projekte zu spenden, können sich die einzelnen Mitglieder gegenseitig mit den gesammelten Dshins unterstützen.)

Fazit:

So wie Lockerz.com bietet auch Dshini.net einen enormes Suchtpotential, da für fast jede Aktivität Punkte vergeben werden. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Plattform gleich unter die besten 50 in dem t3n Ranking, das auf Daten von Google und Yahoo basiert, gelistet wurde. Schade nur, dass hinsichtlich des Designs sehr viel  Potential verschenkt wird. Vielleicht könnte es die Community dann sogar unter die besten 20 der Charts schaffen.

Siehe auch:

Frühere Einträge:

Und immer wieder Social Commerce

05. Juli 2010

Eine rege Diskussionswelle, die von Jochen Krisch auf Exciting Commerce losgetreten wurde, ist im vergangenen Monat entstanden, als Paul Marsden den Begriff Social Commerce neu definierte und auch prompt den Eintrag zu seinen Gunsten auf Wikipedia abänderte.

Neben dem Kritikpunkt PR in eigener Sache unter dem Deckmantel von Wissenschaftlichkeit, gab es in der Diskussion noch eine andere Komponente.

Auf der einen Seite steht Madsens Definition, die sehr auf die medientechnischen und ökonomischen Bedingungen ausgelegt ist. Auf der anderen Seite steht der Mensch, der nicht nur Mittel zum Zweck ist, sonder aktiv daran beteiligt ist, ob ein Produkt angenommen wird oder nicht.

Wozu die Debatte über den Begriff Social Commerce?

Der Diskurs über das Begriffspaar Social Commerce ist nicht nur reine Fachsimpelei. Hier geht es nicht nur um eine reine Begriffsdefinition, sondern darum das Verhalten in den Netzwerken zu verstehen. Es gibt noch viele Anwender von Vernetzungsmöglichkeiten zu sozialen Netzwerken, die glauben mit dem reinen Connect sei alles erledigt und die potentiellen Akteure handeln von selbst. Buttons werden gesetzt, Fanpages eröffnet und Applikationen werden kreiert, die darauf warten genutzt zu werden.


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Virales Shopmarketing mit Sellaround

08. Juni 2010

Die erste Runde der e-challenge 2010 ist abgeschlossen. Drei Startups dürfen nun um den Preis im Wert von 45.000 Euro ringen. Unter den Anwärtern befindet sich der Geschäftsführer der Maria GmbH, Adrian Thoma. Mit Sellaround hat er eine Geschäftsidee entwickelt, die auf die viralen Möglichkeiten in sozialen Netzwerken abzielt.

Das Startup bietet ein Social-Selling-Portal, das anders funktioniert als die üblichen Online-Shops. Mit ein paar einfachen Schritten können über die Sellaround Verkaufs-Widgets erstellt werden. Unter dem Begriff verbirgt sich ein Mini-Shop, der sich in die verschiedensten Kommunikationskanäle, wie zum Beispiel Blogs, Social Media oder mobile Geräte einspeisen lässt. Hier wird nun nicht mehr nur Werbung verbreitet, sondern gleich der ganze Shop selbst. Der Bestell- und Bezahlprozess findet in Kooperation mit PayPal statt und ist auch direkt in den Widgets integriert. Jeder kann nun, ohne Ausgaben für die Entwicklung, einen Shop betreiben, der sich im besten Fall viral verbreitet.



Die Widgets von Sellaround erschließen die Zielgruppe, die zwar ein Produkt zum Verkauf anbieten, aber noch keine oder nur wenige finanzielle Mittel besitzen. Ihren bereits vorhandenenen Freundeskreis auf Facebook oder anderen Communitys können die Betreiber dabei auch gleich infizieren. Vielleicht sogar mit enormen Vertrauen in das Produkt, wenn gemeinsames Interesse vorhanden ist. Sogar etablierte Shopbetreiber können aus der portablen Lösung ihren Nutzen ziehen, indem sie ihre Produkte nun komfortabel streuen können. Und zu guter Letzt hätten auch Affiliates ihren Vorteil durch die Widgets, wenn sie als White-Label-Lösung angeboten werden. Nach dem Motto: Wer das Widget am besten streut, bekommt die größten Prämien. Hier gilt jedoch zu beachten, dass das Interesse für das Angebot zwingend gegeben sein muss. Denn wer kennt nicht diverse penetrante Kosmetikberaterinnen, die ihren Freundeskreis eher vergraulen, als zum Kaufen anregen?

Noch muss Sellaround um den ersten Platz bangen. Der Gewinner der e-challenge wird erst Ende September gekürt. Dabei bekommt er nur einen Teil der Summe ausgezahlt, der andere wird, um der Idee zu einem erfolgreichen Start auf dem Markt zu verhelfen, u. a. in Werbespots und den Aufbau der Logistik investiert.

Frühere Einträge:

Alice im iPad-Land

03. Juni 2010

Dutzende Kritiken rangen sich um das erst kürzlich zum Verkauf freigegebene iPad. Der Kauf des ersten iPads liegt sicherlich eher dem Apple-Hype, als einem enormen Nutzen zugrunde, jedoch ebnet das hochgelobte Wundergerät den Weg für neue Möglichkeiten.

Von diesen könnte das Verlagswesen enorm profitieren, das wegen seiner Unbeholfenheit bezüglich seiner iPad-Apps zu Recht von den netzwertig bloggern A. Göldi und P. Sennhauser scharf kritisiert wird. Schade, dass die Chancen noch nicht wahrgenommen werden, wobei es doch jetzt schon möglich wäre einfallsreiche Anwendungen wie zum Beispiel die von atomicantelope zu realisieren:

Um die Idee etwas weiter zu spinnen: Denkbar wären in naher Zukunft auch Social-Commerce-Anwendungen. Vielleicht können Textstellen, die mit den Fingern markiert werden, oder einzelne Animationen bald an Freunde in sozialen Netzwerken wie Facebook empfohlen werden, natürlich mit der Signatur des Verlags oder des E-Book-Verkäufers. Aufgrund der Schnittstellenoffenheit wäre dies kein abwegiger Gedanke.

Lockerz – Mit Vergnügen Punkte sammeln

19. Mai 2010

Mit Lockerz ging Anfang des Jahres ein neues Shopping-Portal an den Start. User werden dort für ihre Einkäufe mit dem Erhalt von Punkten belohnt. Zugegeben, neu ist diese Idee gerade nicht. Der wesentliche Unterschied ist: Lockerz bleibt nicht auf dieser Ebene stehen. Punkte können hier mühelos zum Beispiel durch das Anschauen von Videos, das Spielen von Online-Games, durch Weiterempfehlungen oder sogar durch bloßes Einloggen gesammelt werden. Der User wird hier für Aktivitäten belohnt, die ihm Freude bereiten. Was ersichtlich wird ist, dass bei Lockerz zwei Marktfelder miteinander kombiniert werden: Zum einen können Produkte, hier nach dem Prinzip des Live-Shoppings, erworben werden, zum anderen können sich User durch Entertainment Elemente, wie Games oder Videos, unterhalten lassen.  Gerade diese Kombination ist das, was das Portal so außergewöhnlich macht. Zwei männliche Präsentatoren schaffen zudem eine einfache Usability und eine direkte Kundenansprache. Beide erklären in einigen witzigen Videos, wie Lockerz funktioniert und unterstützen darüber hinaus den Entertainment-Charakter.


“Sounds like we are reinventing the game of shopping”, behaupten beide in Bezug auf die Neuartigkeit von Lockers.

Und sie haben recht. Gerade dies ist, was anderen Bonussystemen fehlt.  Dort ist es oft ein mühseliges Unterfangen ausreichend Punkte zu sammeln. Der User bekommt vielmehr das Gefühl erstmal einen großen Aufwand leisten zu müssen, um zum gewünschten Ziel zu kommen.

Bei Lockerz hingegen wird das Sammeln vereinfacht.  Zum Beispiel auch durch eine Skala bei der angezeigt wird, wie viele Punkte mit dem Kauf eines Produkts gewonnen werden können oder, wie viele Lockerz Pointz (PTZ) eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Preis zu erzielen.  Die Points werden als Währung verwendet und nicht dazu, um Prämien zu erhalten. – Eine Idee, die unter anderem auch Facebook intensive verfolgt.

Im Allgemeinen ist Lockerz ein Konzept von dem sich andere Belohnungssysteme eine Scheibe abschneiden können.