Archiv für die Kategorie ‘Trends & UGC’

Alice im iPad-Land

03. Juni 2010

Dutzende Kritiken rangen sich um das erst kürzlich zum Verkauf freigegebene iPad. Der Kauf des ersten iPads liegt sicherlich eher dem Apple-Hype, als einem enormen Nutzen zugrunde, jedoch ebnet das hochgelobte Wundergerät den Weg für neue Möglichkeiten.

Von diesen könnte das Verlagswesen enorm profitieren, das wegen seiner Unbeholfenheit bezüglich seiner iPad-Apps zu Recht von den netzwertig bloggern A. Göldi und P. Sennhauser scharf kritisiert wird. Schade, dass die Chancen noch nicht wahrgenommen werden, wobei es doch jetzt schon möglich wäre einfallsreiche Anwendungen wie zum Beispiel die von atomicantelope zu realisieren:

Um die Idee etwas weiter zu spinnen: Denkbar wären in naher Zukunft auch Social-Commerce-Anwendungen. Vielleicht können Textstellen, die mit den Fingern markiert werden, oder einzelne Animationen bald an Freunde in sozialen Netzwerken wie Facebook empfohlen werden, natürlich mit der Signatur des Verlags oder des E-Book-Verkäufers. Aufgrund der Schnittstellenoffenheit wäre dies kein abwegiger Gedanke.

Retail Sound im E-Commerce

01. Juni 2010

Wer kennt nicht die nerv tötende Musik in manchen Läden, die eher zum wieder hinausgehen, als zum Kaufen animieren. In einem kurzen Clip erklärt Klang Experte Julian Treasur, wie Retail Sounds am effizientesten eingesetzt werden können:

Ein hoher Umsatz kann generiert werden, wenn der Umgang mit Sounds geschickt erfolgt. Was zu beachten ist: ein misslungener Einsatz kann zu hohen Einbußen führen – so Julian Treasure. Aber was bedeutet dies für die E-Commerce-Branche? Ein schönes Beispiel liefert die aktuelle Kampagne von Ikea und erfüllt zugleich einige von Treasures angeführten „Four golden rules for commercial sound“. Die Melodie auf der Startseite passt zu der visuellen Kommunikation des Unternehmens, zudem ist sie für die Situation, in der sich die Akteure befinden, angemessen. Darüber hinaus schafft sie einen Mehrwert, indem sie auf die Produktgruppe Küche abzielt und diese so nochmal gesondert hervorhebt. Die Käufer werden zudem nicht von der Musik überfordert, der Spot dauert nur ein paar wenige Sekunden und wird auch nicht gleich mit dem Aufruf der Seite abgespielt. Weiterhin gibt es nach Art des Cross-Channel-Marketings noch einen Fernsehspot, der aktuell läuft.

PaulFrank

Dezent ist auch der Einsatz von Musik bei dem Modelable Paul Frank. Hier gibt es einen separaten Musik-Player. Der User kann selbst entscheiden, ob er gerade bestimmte Titel hören möchte oder nicht. Die Trackauswahl passt zu der Marke und spiegelt ein bestimmtes Lifestyle-Gefühl wider.Was bei beiden Beispielen auffällt ist, dass die Musik auf das einheitliche Produktportfolio und die Zielgruppe hin spezifiziert ist. Der Sound verkommt hier nicht zum Supermarktgedudel. Einheitliches Image, einheitlicher Sound – lautet hier die Devise. Wäre der Einsatz von Musik bei Anbietern wie Ebay vorstellbar? Mit einer einheitlichen Message auf jeden Fall, wie es die Werbespots beweisen. In Bezug zu der Onlinepräsenz, auf der verschiedenste Produkte abgebildet werden, dürfte dies wahrscheinlich eher schwierig sein.

Lockerz – Mit Vergnügen Punkte sammeln

19. Mai 2010

Mit Lockerz ging Anfang des Jahres ein neues Shopping-Portal an den Start. User werden dort für ihre Einkäufe mit dem Erhalt von Punkten belohnt. Zugegeben, neu ist diese Idee gerade nicht. Der wesentliche Unterschied ist: Lockerz bleibt nicht auf dieser Ebene stehen. Punkte können hier mühelos zum Beispiel durch das Anschauen von Videos, das Spielen von Online-Games, durch Weiterempfehlungen oder sogar durch bloßes Einloggen gesammelt werden. Der User wird hier für Aktivitäten belohnt, die ihm Freude bereiten. Was ersichtlich wird ist, dass bei Lockerz zwei Marktfelder miteinander kombiniert werden: Zum einen können Produkte, hier nach dem Prinzip des Live-Shoppings, erworben werden, zum anderen können sich User durch Entertainment Elemente, wie Games oder Videos, unterhalten lassen.  Gerade diese Kombination ist das, was das Portal so außergewöhnlich macht. Zwei männliche Präsentatoren schaffen zudem eine einfache Usability und eine direkte Kundenansprache. Beide erklären in einigen witzigen Videos, wie Lockerz funktioniert und unterstützen darüber hinaus den Entertainment-Charakter.


“Sounds like we are reinventing the game of shopping”, behaupten beide in Bezug auf die Neuartigkeit von Lockers.

Und sie haben recht. Gerade dies ist, was anderen Bonussystemen fehlt.  Dort ist es oft ein mühseliges Unterfangen ausreichend Punkte zu sammeln. Der User bekommt vielmehr das Gefühl erstmal einen großen Aufwand leisten zu müssen, um zum gewünschten Ziel zu kommen.

Bei Lockerz hingegen wird das Sammeln vereinfacht.  Zum Beispiel auch durch eine Skala bei der angezeigt wird, wie viele Punkte mit dem Kauf eines Produkts gewonnen werden können oder, wie viele Lockerz Pointz (PTZ) eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Preis zu erzielen.  Die Points werden als Währung verwendet und nicht dazu, um Prämien zu erhalten. – Eine Idee, die unter anderem auch Facebook intensive verfolgt.

Im Allgemeinen ist Lockerz ein Konzept von dem sich andere Belohnungssysteme eine Scheibe abschneiden können.

Video zur Geschichte der Coca-Cola-Fanpage auf Facebook

17. März 2010

Im August 2008 beschlossen zwei Facebook-Nutzer aus einer Laune heraus, ungefragt eine Fanseite für Coca-Cola auf  Facebook zu erstellen, einfach weil sie Cola mochten. Damit entstand die weltweit erste Produkt-Fanpage. Heute, knapp anderthalb Jahre später, kann die Coca-Cola-Fanpage auf stolze 5,2 Mio. Fans blicken.

Coca-Cola hat das Potential der Fanpage relativ schnell erkannt und konnte vor allem wegen des Wiedererkennungswerts relativ schnell Fuß im Social-Media-Bereich fassen.

Coca-Cola gab bei den beiden Gründern das Erstellen ihrer Geschichte in Auftrag. Die Geschichte der Coca-Cola-Fanpage. Sehr gelungen wie ich finde:

Social Commerce 2010

18. November 2009

Was Social Commerce angeht, wird das nächste Jahr sehr spannend werden, da einige diesen Begriff erst jetzt auf den Schirm bekommen haben. Nach den Messen und Kongressen beginnt für viele die Zeit, Trends auszurufen. Darunter findet sich eben auch Social Commerce. Es wird nun allerdings hierzulande noch eine Weile dauern, bis Social Commerce zum Standard gehören wird. 2010 wird nicht das Jahr des Social Commerce sein. Aber es ist auf dem Radar und die Entwicklung geht in die Richtung. 2010 kann man annehmen, dass Magento weiter auch in Deutschland bzw. Europa wachsen und eingesetzt wird. Auch bei Anbietern in der Größe von mydeco oder globetrotter. Migrationen auf Open Source wird nächstes Jahr definitiv ein großes Thema sein. Der Kontakt in Netzwerke wird verstärkt werden, mit Investitionen im Marketing-Bereich. Mobiles Web. Applikationen. Und wenn es nach mir gehen würde, vielleicht auch Flash. Aber vor allem, und das können wir als Agentur in diesem Bereich sagen, ist momentan eher das Interesse an Open Source gewaltig. Für den Social Commerce ist das von immenser Bedeutung. Mit diesen Schritten wird viel Potential erschlossen, in zwei oder drei Jahren auch Social Commerce zur Praxis zu machen.

Erst wenn sich Modelle bewiesen haben, kann man davon ausgehen, dass Social Commerce zumindest bei Shopbetreibern nicht nur theoretisch auf der Agenda bzw. der Jahresplanung stehen wird. Im Customer-Bereich ist Social Commerce schon lange erprobte Praxis. Deswegen ist es auch schwierig zu sagen, Social Commerce sei ein Megatrend. Ist es nicht, denn seine Funktionen basieren auf ganz natürlichem menschlichen Verhalten des Konsums.

Trends auszurufen ist nicht sonderlich schwer und gehört standardmäßig zum Marketing. Auch sind die meisten Definitionen für Social Commerce zu kurz gegriffen und auf Empfehlungshandel reduziert. Darunter kann man sich ziemlich viel vorstellen.

Eine wirklich tolle Umsetzung haben die Jungs bei SocialCommerceToday.com geleistet, indem sie aus einem Definitionskatalog von Social-Commerce-Akteuren eine Word-Cloud erstellt haben:

social_commerce_wordle (1)

Paul Marsden, Autor bei SocialCommerceToday.com schreibt:

Social Commerce is a buzzword and it’s hot lexical real estate, evoking a fusion of two big digital trends of ’social media’ and ‘e-commerce’. As a result, social commerce means different things to different people (see list below), and it’s been the target of a number definitional land-grabs by businesses seeking to define the term based on what they sell.

Hier ein paar Beispiele für Definitionen, fernab von Wikipedia oder Trend-2010-Artikeln, chronologisch geordnet (zusammengestellt von Paul Marsden), absolut empfehlenswert:

1. David Beach (Yahoo) – “Social Commerce via the Shoposphere & Pick Lists“, November 2005

2. Dave Beisel (Venrock) – “The Beginning of Social Commerce“, Dezember 2005

3. Steve Rubel (Edelmann) – “2006 Trends to Watch Part II: Social Commerce“, Dezember 2005

(”[...] Creating places where people can collaborate online, get advice from trusted individuals, find goods and services and then purchase them. [...]“)

4. Dave Beisel (Venrock) – “The Emerging Field of Social Commerce and Social Shopping“, November 2006

5. Ken Goldstein (Shop.com) – “Prepare for social commerce“, Dezember 2006

(”[...] Creating new and more meaningful ways for retailers to interact with customers [through] search, communication and community. [...]“)

6. Sam Decker (Bazaarvoice) – “The Big Idea Behind Social Commerce“, Juni 2007 bei imediaconnection.com

7. Linus Gregoriadis (eConsultancy) – Slideshare: “Social Commerce Presentation“, August 2007

8. Lee Raito (LeeRaito.com) – “Social Commerce Chapter“, August 2007

(”[...] A trusted environment where friends, family and acquaintances dynamically contribute content to the referral and sale of goods and services though positive and negative feedback, reviews, ratings and testimonials regarding their experiences past & present. In short, social commerce is a trusted environment of which prospective consumers make buying decisions based on the advice of a network of friends and family, not strangers they don’t know or trust. [...]“)

9. Jay Deragon (Social Media Directions) – “Will 2008 be the Year of Social Commerce?“, Januar 2008

10. u.a. Jochen Krisch (Optaros) – “Social Commerce: Verkaufen im Community-Zeitalter“, PDF, Januar 2008

11. Brendan Gibbons (Practical eCommerce) – “Social Commerce For Social Media“, Mai 2008

12. Craig Agranoff (Scommerce) – “Do Your Friends Know What You Do?“, September 2008

13. Andrew Stephen & Olivier Toubia (Columbia / INSEAD) – “Derivinf Value from Social Commerce Networks“, PDF, September 2008

(”[...] Emerging trend in which sellers are connected in online social networks, and where sellers are individuals instead of firms. [The distinction between social shopping and social commerce is that while social shopping connects customers, social commerce connects sellers]. [...]“)

14. Jeremiah Owyang (Forrester) – “The Future of the Social Web: In Five Eras“, April 2009

(”[...] Brands will serve community interests and grow based on community advocacy as users continue to drive innovation in this direction. [...]“)

15. Sebastian Herold (dotSource) – “Wie hat man Social Commerce zu verstehen?“, Juni 2009

16. Paul Dunay (Avaya) – “The Future of Social Shopping“, Oktober 2009

17. IBM – “Social Commerce“, Oktober 2009

18. Fumi Matsumoto (Allurent) – “Social commerce: Strategies for extending online shopping beyond the e-commerce site“, November 2009

19. Peter Höschl (Shopanbieter.de) – “E-Commerce Branche sucht nach einem erfolgreichen Weg zum Social Commerce“, November 2009