Social Commerce 2010

Verfasst am 18. November 2009 von Sebastian um 12:15 Uhr

Was Social Commerce angeht, wird das nächste Jahr sehr spannend werden, da einige diesen Begriff erst jetzt auf den Schirm bekommen haben. Nach den Messen und Kongressen beginnt für viele die Zeit, Trends auszurufen. Darunter findet sich eben auch Social Commerce. Es wird nun allerdings hierzulande noch eine Weile dauern, bis Social Commerce zum Standard gehören wird. 2010 wird nicht das Jahr des Social Commerce sein. Aber es ist auf dem Radar und die Entwicklung geht in die Richtung. 2010 kann man annehmen, dass Magento weiter auch in Deutschland bzw. Europa wachsen und eingesetzt wird. Auch bei Anbietern in der Größe von mydeco oder globetrotter. Migrationen auf Open Source wird nächstes Jahr definitiv ein großes Thema sein. Der Kontakt in Netzwerke wird verstärkt werden, mit Investitionen im Marketing-Bereich. Mobiles Web. Applikationen. Und wenn es nach mir gehen würde, vielleicht auch Flash. Aber vor allem, und das können wir als Agentur in diesem Bereich sagen, ist momentan eher das Interesse an Open Source gewaltig. Für den Social Commerce ist das von immenser Bedeutung. Mit diesen Schritten wird viel Potential erschlossen, in zwei oder drei Jahren auch Social Commerce zur Praxis zu machen.

Erst wenn sich Modelle bewiesen haben, kann man davon ausgehen, dass Social Commerce zumindest bei Shopbetreibern nicht nur theoretisch auf der Agenda bzw. der Jahresplanung stehen wird. Im Customer-Bereich ist Social Commerce schon lange erprobte Praxis. Deswegen ist es auch schwierig zu sagen, Social Commerce sei ein Megatrend. Ist es nicht, denn seine Funktionen basieren auf ganz natürlichem menschlichen Verhalten des Konsums.

Trends auszurufen ist nicht sonderlich schwer und gehört standardmäßig zum Marketing. Auch sind die meisten Definitionen für Social Commerce zu kurz gegriffen und auf Empfehlungshandel reduziert. Darunter kann man sich ziemlich viel vorstellen.

Eine wirklich tolle Umsetzung haben die Jungs bei SocialCommerceToday.com geleistet, indem sie aus einem Definitionskatalog von Social-Commerce-Akteuren eine Word-Cloud erstellt haben:

social_commerce_wordle (1)

Paul Marsden, Autor bei SocialCommerceToday.com schreibt:

Social Commerce is a buzzword and it’s hot lexical real estate, evoking a fusion of two big digital trends of ’social media’ and ‘e-commerce’. As a result, social commerce means different things to different people (see list below), and it’s been the target of a number definitional land-grabs by businesses seeking to define the term based on what they sell.

Hier ein paar Beispiele für Definitionen, fernab von Wikipedia oder Trend-2010-Artikeln, chronologisch geordnet (zusammengestellt von Paul Marsden), absolut empfehlenswert:

1. David Beach (Yahoo) – “Social Commerce via the Shoposphere & Pick Lists“, November 2005

2. Dave Beisel (Venrock) – “The Beginning of Social Commerce“, Dezember 2005

3. Steve Rubel (Edelmann) – “2006 Trends to Watch Part II: Social Commerce“, Dezember 2005

(”[...] Creating places where people can collaborate online, get advice from trusted individuals, find goods and services and then purchase them. [...]“)

4. Dave Beisel (Venrock) – “The Emerging Field of Social Commerce and Social Shopping“, November 2006

5. Ken Goldstein (Shop.com) – “Prepare for social commerce“, Dezember 2006

(”[...] Creating new and more meaningful ways for retailers to interact with customers [through] search, communication and community. [...]“)

6. Sam Decker (Bazaarvoice) – “The Big Idea Behind Social Commerce“, Juni 2007 bei imediaconnection.com

7. Linus Gregoriadis (eConsultancy) – Slideshare: “Social Commerce Presentation“, August 2007

8. Lee Raito (LeeRaito.com) – “Social Commerce Chapter“, August 2007

(”[...] A trusted environment where friends, family and acquaintances dynamically contribute content to the referral and sale of goods and services though positive and negative feedback, reviews, ratings and testimonials regarding their experiences past & present. In short, social commerce is a trusted environment of which prospective consumers make buying decisions based on the advice of a network of friends and family, not strangers they don’t know or trust. [...]“)

9. Jay Deragon (Social Media Directions) – “Will 2008 be the Year of Social Commerce?“, Januar 2008

10. u.a. Jochen Krisch (Optaros) – “Social Commerce: Verkaufen im Community-Zeitalter“, PDF, Januar 2008

11. Brendan Gibbons (Practical eCommerce) – “Social Commerce For Social Media“, Mai 2008

12. Craig Agranoff (Scommerce) – “Do Your Friends Know What You Do?“, September 2008

13. Andrew Stephen & Olivier Toubia (Columbia / INSEAD) – “Derivinf Value from Social Commerce Networks“, PDF, September 2008

(”[...] Emerging trend in which sellers are connected in online social networks, and where sellers are individuals instead of firms. [The distinction between social shopping and social commerce is that while social shopping connects customers, social commerce connects sellers]. [...]“)

14. Jeremiah Owyang (Forrester) – “The Future of the Social Web: In Five Eras“, April 2009

(”[...] Brands will serve community interests and grow based on community advocacy as users continue to drive innovation in this direction. [...]“)

15. Sebastian Herold (dotSource) – “Wie hat man Social Commerce zu verstehen?“, Juni 2009

16. Paul Dunay (Avaya) – “The Future of Social Shopping“, Oktober 2009

17. IBM – “Social Commerce“, Oktober 2009

18. Fumi Matsumoto (Allurent) – “Social commerce: Strategies for extending online shopping beyond the e-commerce site“, November 2009

19. Peter Höschl (Shopanbieter.de) – “E-Commerce Branche sucht nach einem erfolgreichen Weg zum Social Commerce“, November 2009



Social Commerce in 45 Sekunden

Verfasst am 30. Oktober 2009 von Sebastian um 14:26 Uhr

Was ist eigentlich Social Commerce? Eine Frage, die man äußerst ausführlich beantworten kann. Oder eben in 45 Sekunden, wie die Jungs von Powered.com. Insbesondere eine Stelle, finde ich persönlich, ist sehr richtig: Brands suchen verstärkt den Kontakt zu sozialen Netzwerken, mehr noch, zu ihren Kunden und Fans. Allerdings:

Social commerce is better for brands than social networking because social networking is about people connecting with people and at best brands are inserting themselves into that conversation.



Social-Commerce-Dienst Shoppero macht dicht

Verfasst am 09. Oktober 2009 von Sebastian um 10:49 Uhr

shoppero_logoEin bisschen übereifrig startete Anfang Mai 2007 der Social-Commerce-Dienst Shoppero.de, unter der Führung von Nico Lumma. Das Konzept war sehr ambitioniert (via deutsche-startups.de):

Jeder Nutzer, der bei shoppero Produktbesprechungen ablieferte, bekam 20 % von den Werbe-Einnahmen ab, die auf diesen Produktseiten entstanden. Außerdem bekam jeder User 60 % der Werbe-Einnahmen, die entstanden, wenn ein Leser über einen seiner Links, beispielsweise in einem Adget genannten Widget, zu shoppero kam und dort über das Portal surfte.

Bereits vor einem Monat wurde das Unternehmen Shoppero GmbH aufgelöst und landete in den Händen der Media Ventures GmbH, welche das Projekt angetrieben haben. Nun leitet die Webpräsenz der Shoppingplattform auf deals.de um, bei denen Media Ventures ebenfalls beteiligt ist.

Lumma, der damals noch Zuständiger für Business Development bei Media Ventures war, machte noch bis Ende des Jahres 2007 ordentlich Dampf mit dem Dienst. Das Potential dieses Projektes war enorm. Irgendwann gegen Ende des Jahres war dann aber auch irgendwie Feierabend. Ein stilles 2008 umwehte den Dienst, ein noch stilleres 2009 folgte mit einem traurigen Ende.



Social Commerce: Shopping-Club Brands4Friends erreicht Break Even

Verfasst am 08. Oktober 2009 von Sebastian um 12:07 Uhr

b4f2Shopping-Club Brands4Friends erreicht den Break-Even und zieht Bilanz: Im zweiten Geschäftsjahr peilen die Geschäftsführer der Shopping-Community einen Gesamtumsatz von 85 Millionen Euro an, womit nach eigenen Angaben die Gewinnschwelle erreicht wäre. Bereits im ersten Geschäftsjahr konnte das Berliner Unternehmen einen Umsatz von 25 Millionen generieren. Und auch wenn die genauen Zahlen derzeit noch auf sich warten lassen, sind die Ausblicke hervorragend und so erhält die selbstbewusste Einschätzung auch eine charmante Note. Der Umsatz soll im Vergleich zum Vorjahr noch stärker steigen, ebenso ist eine Verdopplung der Mitarbeiter – derzeit 200 – geplant.

Brands4Friends gewinnt täglich rund 10.000 neue Mitglieder und verzeichnet – ebenfalls täglich – bis zu 220.000 Besucher auf dem Portal, das laut Eigenangabe im August einen Besucherrekord von 1,6 Millionen Unique Visits notierte. Christian Heitmeyer, Geschäftsführer von Brands4Friends:

„[…] Wir sind Profiteure der Wirtschaftskrise und auf bestem Weg, sehr bekannte amerikanische E-Commerce-Player einzuholen.

Wie es aussieht ist es nicht nur eine stolze Brust, die sich dort aufplustert, sondern konkrete Vorstellungen, denn das Shoppingportal arbeitet an einer internationalen Expansionsstrategie und möchte das eigene Angebot unter anderem um Elektronikartikel, Möbel und – ganz recht – Autos erweitern. Die Kapitalgeber liegen mit ihrer Einschätzung zu deren „attraktivsten Investition der letzten Jahre“ also goldrichtig.

Insbesondere das Konzept des Shoppingclubs hat im E-Commerce Dynamik entwickelt und zeigt hervorragend auf, wie man das Internet als ein Life- und Live-Medium bei erfahrenen Nutzern einsetzen und vermarkten kann, solange man auf Community baut. Dass vor allem Shopping-Clubs momentan profitieren, ist neben dem Hype auch teils einem weiteren Umstand geschuldet: Die Online-Erfahrung der Kunden steigt natürlich. So ergab eine Umfrage unter 500 Lesern des französischen Journal du Net (Oktober 2006), dass Nutzer in Frankreich, welche bei Shopping-Clubs registriert sind, auch in anderen Clubs Mitglieder sind. Weitere Angaben lassen sich der Studie/Bestandsaufnahme „Social Commerce – Verkaufen im Community-Zeitalter“ entnehmen. Demnach waren damals mehr als 60 Prozent, die bereits bei einem Shopping-Club gekauft hatten, sehr online-erfahren und mindestens drei Jahre im Internet aktiv.

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Das war 2006. Drei Jahre später, sprich heute, sind in Deutschland mehr als 13 Millionen Nutzer auf den VZ-Netzwerken angemeldet, plus andere Netzwerke. Die Zielgruppe, die sich für Angebote wie Shopping-Clubs potentiell erschließen lässt, ist also vor allem den letzten drei bis vier Jahren geschuldet. In gewisser Hinsicht ist anzunehmen, dass soziale Netzwerke den Nutzern, die mittlerweile online einkaufen gehen, wesentlich mehr Vertrauen im Netz gegeben hat und vor allem aufgezeigt hat, was kommunikationstechnisch möglich ist, wovon solche attraktiven Modelle wie Club-Shopping nun profitieren. Gleiches gilt auch für andere Modelle, die sich in den Bereich Social Commerce vortasten. Gratulieren wir also Brands4Friends, sollten wir auch gleichzeitig eine Dankeschön an Facebook und Co. Veräußern.



Social Commerce: Zazzle.com steigt in Deutschland ein

Verfasst am 21. September 2009 von Sebastian um 11:19 Uhr

zazzle2Vergangenen Freitag ist Zazzle, weltweit Marktführer im On-Demand-Einzelhandelsgeschäft, mit einer deutschsprachigen Version der US-Unternehmung online gegangen und lässt seiner internationalen Expansionsstrategie in die Karten schauen. Aus der Pressemitteilung geht hervor:

Die www.Zazzle.de-Website gliedert somit Kunden aus dem deutschsprachigen Raum in die weltweite Zazzle-Community ein und ermöglicht ihnen, aus der Inspiration ihrer eigenen Vorstellungskräfte und ihrem kreativen Geist echte Produkte zu designen und erstellen.

zazzle

Zazzle hat bereits in der Vergangenheit eindrucksvoll demonstriert, wie man mit Social Commerce attraktiv arbeiten kann. Dieses Jahr erwarten Analysten einen Zazzle-Umsatz von 100 Millionen US-Dollar (). Das Geschäftsmodell strotzt vor Selbstbewusstsein: On-demand manufacturer Zazzle wants to make your product dreams come true — and eventually become the Amazon of custom goods.

Neben Zazzle starteten letzte Woche in Deutschland auch MyFab und Shopstyle, frei nach dem Motto: Wenn Sie nicht zu uns kommen, dann kommen wir eben zu Ihnen. Bezeichnend.

(via)