Wie IKEA erfolgreich und ungewöhnlich Facebook einsetzt

Ideen muss man haben. Gute Ideen, die den Kunden etwas bringen, ihnen Spaß machen, Mehrwert bieten und einen Dialog ermöglichen. Aber schon allein „den Dialog ermöglichen“ klingt unter den Menschen, die Tipps für Social-Media-Nutzung schreiben, oder im schlimmsten Fall Beratungsdienstleistungen als „Experten“ anbieten, schon so abgenudelt, dass es höchstens zu Spott kommt.

Vielleicht liegt das daran, weil Viele den Unterschied zwischen Theorie und Praxis nicht sehen müssen, wenn verunsicherte Marken im Web den Anschluss suchen, um sich bei einer Zielgruppe ins Gespräch zu bringen, die stets größer und netzerfahrener wird. So gilt: “If you think the world is an audience – think the opposite.” Vor allem im Netz.

Hinter guten Ideen stehen kreative Menschen, die “bestehende Funktionalitäten für einen Zweck [nutzen], der niemals zuvor angedacht war, aber dennoch einen großen Reiz ausübt.” [via Thilo’s posterous, der das Folgende zuerst entdeckt und ins Gespräch gebracht hat]

IKEA, das vor allem im Social-Commerce-Bereich ein immenses Potential aufweist, hat sich fast unbemerkt in der Praxis versucht und mit mittlerweile gewöhnlichen Facebook-Funktionalitäten etwas Ungewöhnliches gewagt. Eine virale Welle:

Link zum Video

In diesem Zusammenhang kann ich Anna Friedrich, Autorin des Themenblogs nur Recht geben, wenn sie schreibt, dass es keinen Social Media ROI gibt, und:

»Immer mehr Unternehmen sind bereit, sich aufs Glatteis zu begeben: sie wollen unbedingt präsent sein in sozialen Netzwerken. Denkfehler No. 1 dabei ist meist: ‚Je mehr Geld ich investiere, desto erfolgreicher bin ich.‘ Soziale Medien funktionieren aber nicht wie die freie Wirtschaft. Es geht hier um die Begeisterung der Menschen, der Enthusiasten einer Marke […]. Die Kunden mitzureißen und interessante Dialoge mit ihnen und für sie zu schaffen, ist unbezahlbar. Es ist ein Spiel, auf das sich Unternehmen einlassen müssen […].“ «

Eine Sache, hat Anna Friedrich nicht exakt differenziert: Unternehmen müssen bereit sein in diesen Bereich zu investieren. Wie viel genau, ist völlig egal. Die Frage ist aber, wohin diese Investitionen denn genau hingehen. Benutzt man das Geld lediglich dafür um eine Bühne für die eigenen Anliegen zu bauen, gebe ich Anna Friedrich völlig Recht. Aber im Falle IKEA haben sich die Investitionen gelohnt (siehe Video), die nur mit guten Ideen (und netten Produkten) Früchte tragen konnten.

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6 Reaktionen zu “Wie IKEA erfolgreich und ungewöhnlich Facebook einsetzt”

  1. Es ist immer wieder erstaunlich, wie einfach eigentlich solche Ideen immer wieder sind. Klar, wenn jedes Unternehmen soetwas probiert, wird’s bald sehr lukrativ in Facebook insbesondere für die User, wenn man überall etwas geschenkt bekommen kann. Eine solche Win-Win-Win-Situation (für’s Unternehmen, den User, aber auch für Facebook selbst) ist sicher wünschenswert. Leider weiß man aber doch jetzt schon, dass die nächsten [Nachahmer] es schlechter machen werden. Zudem weiß ich nicht, ob man mal eben eine Sauna oder Infrarotkabine auf diesem Weg weggeben kann. 😉

  2. I guess there’s an incredibly change in mass communication. Everyone should be aware of the strength which these communication tools can produce and how effectively a brand’s image and authenticity can be influenced for the future.
    I think many people are more aware which kind of brand they can put their their trust to. The right combination of clever creative strategies and the brand’s authenticity can reach the right followers in TWITTER and FACEBOOK.
    People and companies who have a fundamental knowledge about this are more aware of the customer’s need. This will change mass communication fundamentally and the power of each customer in a new way!

    C’mon guys!
    Most of you so called marketing gurus aren’t really brave enough to invest on creative strategies. Why? Because you aren’t! So piss off!

    Greetz*IGLESIAS

  3. Das ist eine sehr spannende Idee. Leider hat sie dazu geführt, dass die Verknüpfung von tags und Gewinnspielen jetzt von facebook untersagt wurde. Scheinbar sieht also facebook keine win-win-Situation.

  4. @Estridsen: Hast du für deine Behauptung auch eine Quelle? Ich würde mir das gern durchlesen. Ist ja für mich interessant, was auf Facebook erlaubt ist und was nicht. Würde mich sehr freuen, wenn du mir da mit einem Link etc. weiterhelfen könntest.

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