Diese sind die wichtigsten Social Commerce-Trends für 2019

Facebook und Laptop
Quelle: pexels

Erfolgreich sein, ohne Social-Media-Netzwerke zu pflegen? Unvorstellbar! Unternehmen profitieren von der enormen Reichweite und der »persönlichen« Beziehung zu ihren Kunden. Und die Netzwerke? Sie verdienen dank der Social-Media-Präsenz von Unternehmen Milliarden.

Nun ist es auch mit Kundenbeziehungen so, dass sie sich mit den Jahren weiterentwickeln und womöglich immer inniger wird. Die Plattformen wünschen das jedenfalls so: Sie integrieren mehr und mehr Features, damit Unternehmen die Beziehungen zu ihren Kunden ausbauen können und sich die Etats für Social-Media-Marketing Jahr und Jahr vergrößern.

Auch 2019 wird dies der Fall sein und der sogenannte Social-Commerce wird den E-Commerce-Umsatz steigern, ja sich auf den Omnichannel-Handel auswirken. Welche Social-Commerce-Trends dürfen im Jahr 2019 auf keinen Fall verpasst werden? Das wollen wir euch in diesem Artikel zeigen.

Stories, Stories und nochmals Stories

Am Anfang von der Konkurrenz belächelt, aber dann mehrfach kopiert und weiterentwickelt: Vor etwa fünf Jahren schickte Snapchat eine damals neuartige Funktion für Social-Media-Plattformen ins Rennen. Mit Snapchat-Stories waren Bilder und kurze Videos plötzlich nur für 24 Stunden im Internet verfügbar. Danach zerstörten sie sich unwiderruflich selbst. Die junge Zielgruppe fand hier schnell eine Spielwiese und Snaps starteten ihren Siegeszug.

Und Facebook? Versuchte das Social-Media-Start-up mit viel Geld zu kaufen. Aber nichts da, Snapchat-Gründer Evan Spiegel ließ diese Versuchung kalt. Also kopierte Mark Zuckerberg die originellen Ansätze kurzerhand und implementierte sie bei Instagram und Facebook.

Heute nutzen mehr als 300 Millionen Menschen die Stories-Funktion in Instagram – und wer, etwa als Unternehmen – besonders originelle Stories produziert, steigert Abonnentenzahl und Reichweite.
Auch die anderen großen Player sind auf den Zug der Stories aufgesprungen. Sie denken das Feature neu oder entwickeln es noch weiter:

YouTube

Die größte und bekannteste Videoplattform der Welt YouTube besuchen monatlich über 1,9 Milliarden verschiedene Nutzer. Seit kurzem dürfen Youtuber mit über 10.000 Abonnenten Stories hochladen. Deren Verweildauer ist indes länger: Anderes als bei der Konkurrenz verschwinden die Videos hier erst nach sieben Tagen.

Google

Bleiben wir bei Alphabet und schauen uns den wohl bekanntesten Ableger des Internetriesens an. Seit 2018 heißt es für die Internetsuche: Mobile First. Diese Philosophie kombiniert mit dem Trend von Stories ergibt AMP Stories. Publisher sollen über Googles Bildersuche Stories produzieren und ein neues Contentformat schaffen.

Google geht mit seinen AMP Stories seinen ganz eigenen Weg: hier steht nicht Social-Media im Fokus, sondern der Content und das Suchergebnis. Später soll auch Googles Künstliche Intelligenz für Stories sorgen, indem Inhalte automatisiert zusammengefasst und als Suchergebnis ausgespielt werden.

LinkedIn

Auch das Geschäftskontakte-Netzwerk LinkedIn lässt sich gern inspirieren. Stories haben hier in den USA bereits Einzug erhalten. Mittels kurzer Videos teilen Studenten ihre praktischen Erfahrungen, um Aufmerksamkeit von Personalern zu erhalten. Welche Ideen LinkedIn mit dieser neuen Selfmarketing-Funktion außerdem verfolgt, wird sich 2019 zeigen.

Die Beispiele zeigen es: Social-Commerce wird sich auch im neuen Jahr um Stories drehen. Mit authentischen Geschichten, kreativen Ideen und spannenden Formaten können bestehende und neue Kunden dauerhaft an das Unternehmen gebunden werden.

Weniger ist manchmal mehr – Micro-Influencer

Das Influencer-Marketing hat längst die Kosmetik- und Modeblase verlassen und ist Bestandteil der Marketing-Strategie sämtlicher Branchen. Laut BVDW hat bereits jeder sechste junge deutsche Erwachsener ein Artikel käuflich erworben, welches er zuvor bei einem Influencer gesehen hat.

Der Trend geht aber weg von sogenannten Macro-Influencer mit Millionen Abonnenten. Die Heros aus dieser Szene, wie zum Beispiel Dagi Bee, verdienen bereits mehr als ihren eigenen Lebensunterhalt mit ihrer Influencer-Tätigkeit. Sie sind selbst zur Marke, zu Unternehmen mit Beschäftigten geworden.

Klassischerweise ist Werbung für Unternehmen sehr teuer – zumindest wenn sie Reichweite erzielen wollen. Immer beliebter aber wird es, auf sogenannte Micro- oder Nano-Influencer zu setzen. Diese besitzen zwar quantitativ weniger Reichweite als die großen Player der Szene, aber sie strahlen noch mehr Glaubwürdigkeit aus und erreichen womöglich genau die Zielgruppe, die das Unternehmen mit ihrem Produkt ansprechen will. Auf der Suche nach solchen Influencern kommen heutzutage immer mehr Agenturen ins Spiel.

Hat das Unternehmen noch mehr Mut, dann setzt es sogar auf Rising-Influencer. Die Auftraggeber hoffen, auf das richtige Pferd zu setzen und jemanden zu erwischen, der sich positiv entwickelt. Jemand, der zunächst über eine überschaubare Followerzahl verfügt, aber bald vergleichsweise kostengünstig aufsteigt, sodass sich die Partnerschaft beiderseits zur Goldgrube entwickelt.

Bewertungen sind das neue Öl im Commerce

In den Zeiten von E-Commerce gibt es neben Bewertungen nur wenige Anhaltspunkte dafür, wie gut ein Produkt wirklich ist und ob sich ein Kauf lohnt. Im Fachgeschäft um die Ecke eingekauft nahm man das Produkt einfach in die Hand und testete es haptisch, probierte es an und beurteilte so Qualität, Farben und Funktionen.

Dem stehen heute Foto, Produktbeschreibungen und ein etwaiges Rückgaberecht gegenüber. Aber Anfassen? Ist nicht. Diese Lücke füllen die Produktbewertungen anderer Käufer. Diese sind laut einer Statistik des Digitalverband bitkom das wichtigste Entscheidungskriterium beim Online-Shopping und deshalb unverzichtbar für einen Online-Shop.

Leider nehmen sich nur wenige Kunden Zeit für eine sachliche, sprachlich konstruktive Bewertung. Meist werden User erst aktiv, wenn sie unzufrieden sind oder viel Zeit haben. Unternehmen haben das Dilemma erkannt und es nicht nur immer unkomplizierter gemacht, eine Bewertung abzugeben, sondern sie ermuntern ihre Kunden oft gezielt dazu, ja arbeiten mitunter bereits mit Bonussystemen. 2019 werden diese Anreize in ihrer Bedeutung steigen.

Einen Beratungstermin für 8 Uhr, bitte!

Neun von zehn deutschen Internetnutzern verwenden für Kurznachrichten einen Instant Messenger. Die überwältigende Mehrheit von 81 Prozent greift dafür zu WhatsApp, ein Dienst, der zu Facebook gehört.

Gerade im privaten Sektor, also von Freund zu Freund, haben sich diese Messenger-Dienste längst etabliert. Doch wie schaut es mit der Kommunikation zwischen Kunde und Unternehmen aus? Hier benutzen erst drei Millionen Unternehmen weltweit WhatsApp als Kontaktmöglichkeit zu ihren Käufern.

Die Meinungsforschungs-Plattform Yougov hat in einer Messenger-People-Studie Nutzer befragt, wofür sie einen Messenger-Dienst nutzen würden, wenn sie mit einem Unternehmen in Kontakt treten.

69 Prozent sprachen sich für Terminvereinbarung, 57 Prozent für den Erhalt von Informationen, 48 Prozent für Reklamation und 43 Prozent für Dank aus. Wollen Unternehmen ihre Kunden also zufrieden stimmen, dann sollten sie 2019 einen Messenger-Dienst als Kommunikationsweg für die genannten Dienstleistungen anbieten. Kunden können so niedrigschwellig mobil kommunizieren – und das Unternehmen erhält einen direkten Draht zum Kunden.

Mit Live-Videos den Kunden begeistern

2018 war das Geburtsjahr der Live-Streaming-Dienste für jedermann. Facebook Live, Instagram Live, YouTube Live, Twitter Live – alle großen Player bieten mittlerweile an, Livevideos abzuspielen.

Was man dafür braucht? Ein Smartphone, eine Internetverbindung und ein Motiv. IT-Kenntnisse? Nicht notwendig! Globales Live-Streaming ist mittlerweile ein benutzerfreundliches Massenprodukt.

Und 2019? Wird das Jahr der Live-Inhalte! Die technischen Voraussetzungen sind geschaffen, nun werden Kunden über kreative, motivierende Live-Videos an den Kanal gebunden. Unternehmen müssen ihren Kunden interessante Inhalte bieten. Egal ob mit unverstellten Live-Einblicken hinter die Kulissen, unterhaltsamen Produktpräsentationen der aktuellen Neuerscheinungen oder aufregenden How Tos, informativen B2B-Webinaren: Mit Live-Content können Unternehmen wirklich zeigen, was sie können.

Handelskraft Trendbuch 2019 »Digitale DNA«

coverbild trendbuch handelskraft 2019: digitale dna Auch wir haben gerade mal wieder ein spannendes Video produziert. Worum es geht? Um viele weitere digitale Trends, denn 2019 ist nicht nur Social-Commerce ein brennendes Thema: »Künstliche Intelligenz«, »New-Work-Order«, »Future Retail« und viele weitere wichtige Entwicklungen findet ihr in unserem brandneuem Trendbuch: Handelskraft 2019 »Digitale DNA«.

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