Social Media

Hier finden Sie Beiträge rund um das Thema Social Media.
Kategoriesuche

Branding mit Fanpages

Wer glaubt, dass User im Netz in ihren Social-Networks-Aktivitäten lediglich an privatem Austausch mit Freunden und Bekannten interessiert sind, der kann sich dank des eMarketer-Berichtes „Marketing on Social Networks: Branding, Buying and Beyond“ eines besseren belehren lassen.

Laut der Studie ist über die Hälfte (52 Prozent) aller Social-Network-User Fan einer Marke oder eines Unternehmens oder einer Firma geworden. 46 Prozent der User, die sich auf Social Networks bereits als Fan einer Marke bekannt haben, ziehen sogar eher positives als negatives Feedback in Erwägung. Lediglich 23 Prozent sind gewillt, sich auch negativ zu einer Marke zu äußern.

105467

In diesem Zusammenhang ist es natürlich interessant, inwiefern Marken ihren Einsatz solcher Social-Media-Marketing-Strategien planen und umsetzen. Seine Kunden zu Fans zu machen und seine Fans zu Kunden kann auf diesem fruchtbaren Boden mit bedachtem Einsatz ein Erfolgsgarant sein. Ein gutes Beispiel sind Fanpages von Marken auf Facebook. Einige internationale Consumer-Brand-Größen haben ihre Fußspuren bereits erfolgreich hinterlassen und ihre Fans und Kunden verstärkt in den Mittelpunkt gesetzt:

1. Pringles, die fleißig Videos posten in denen Songs von singenden Fans gezeigt werden, wobei die Pringles-Dose im Mittelpunkt steht. Virale Videos nennt man das. Fans, die diese Videos mit der „like it“-, „comment“- oder „share“-Funktion ausführen, listen jenes im eigenen News-Feed auf. Besonders ist daran, dass sich der Fan bewusst dazu entscheidet, es seine Freunde zu lassen, dass er Fan der Marke ist. Das macht ihn potentiell zu einem Brand-Ambassador, zu einem Multiplikator der Marke. Potentiell, versteht sich. Aktuell besitzt Pringles knapp 2,8 Millionen Fans allein auf Facebook.

105540

2. Starbucks, die im Social-Media-Bereich und im Social-Media-Marketing alte Hasen und führend sind (auch mit negativen Erfahrungen), haben den Ansatz der Crowdsourcing-Community für sich entdeckt. Über MyStarbucksidea können User die Produktpalette selbst verbessern. Auf Facebook richtet man sich offen an Fans, stellt Fragen und diskutiert mit, und bindet andere Kanäle wie Twitter- und Blog-Updates ein. Hier stehen nicht immer die Produkte oder die Marke selbst im Zentrum, sondern das Brabbeln der User und Starbucks-Mitarbeiter weltweit. Das hat zu derzeit über 3,8 Millionen Fans geführt.

3. Red Bull. Ähnlich wie der Kaffeegigant Starbucks, vereint Red Bull auf der eigenen Facebook-Seite mehrere Social-Media-Kanäle und geht damit einen Schritt weiter, als die „normale“ Fanpage. Hier werden jedoch nicht nur die Marken-Accounts eingebunden, sondern auch Accounts von Red Bull-Extremsportlern in der „Athletes“-Rubrik. Ich stelle mir hier die Frage: Wieviele Marken wollen, dass die Fans, die man um sich sammeln möchte, Vertrauen in die Marke haben? Und wie viele Marken sind bereit, Vertrauen in die Fans zu setzen? Bei Red Bull ist ein minimaler Ansatz zu finden. Auch wurden einige Applikationen in die Seite eingebaut, in der z.B. Telefonanrufe von Menschen bewertet werden können, die betrunken die Red Bull-Nummer angerufen haben. Ebenso spielen Fotos von Fans eine Rolle. Knapp 1,2 Millionen Fans.

Wie man auch den Vertrieb über Facebook abwickeln kann, zeigt Adidas Originals  (2,1 Millionen Fans). Coca Cola (3,7 Millionen Fans), die ihre Fanpage nicht selber gegründet, sondern übernommen haben (!), ist bemerkenswert in Sachen Vertrauen in die Fans. Sie bieten fast ausschließlich UGC von Fans, Diskussionswege etc. an.

Zum Beitrag
(noch keine Bewertung)
post ratings loaderLoading...

Unternehmen und das Social Web

Ein wirklich sehr interessantes und lesenswertes Blog betreibt Leander Wattig, der regelmäßig sehr durchdacht über Web-Projekte und mediale Trends berichtet und sich vor keinem Gedankenexperiment scheut.

Kürzlich berichtete leanderwattig.de über das Projekt Social Media Company Monitor 2009, in der die zugrundeliegende empirische Studie 350 befragte Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2009 zu ihren Aktivitäten und Kenntnissen im Web-2.0 umfasst. Durchgeführt wurde diese Befragung durch 170 Studenten der Cologne Business School in Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Klemens Skibicki, der auch einer der Autoren des Sachbuches „Verkaufsweg Social Commerce – Blogs, Podcasts, Communities – Wie man mit Web 2.0 Marketing Geld verdient“, welches hier nächste Woche näher vorgestellt wird.

Das Ergebnis dieser Studie ist einigen Punkten sehr interessant, wie auch Wattig berichtete: Offenbar plant die Hälfte der Unternehmen für die Zukunft keinerlei Social-Media-Aktivitäten (51 Prozent).

braininjection

Er stellt fest:

» „Man könnte auch sagen, dass die Hälfte der befragten Unternehmen nicht mit ihren Kunden reden will. Das scheint mir ein gewagter Standpunkt zu sein.“ «

Soweit zu gehen, Unternehmen das Ignorieren solcher Aktivitäten zu unterstellen oder gar eine bewusste Distanz zu ihren Kunden in Kauf zu nehmen, halte ich persönlich für ein bisschen überspitzt. Anhand der Grafik wird zudem deutlich, dass Unternehmen keineswegs bewusst ignorieren, sondern dass sie sich unsicher bewegen:

1. 51 Prozent planen keine Social-Media-Aktivitäten.

2. 14 Prozent planen noch nicht, aber in Zukunft.

3. Neben einigen Angaben oben in der Grafik, sticht „nur eigenes Community-Profil“ mit 21 Prozent verdächtig hervor.

Es deutet schon darauf hin, dass Unternehmen interessiert sind, aber absolute Vorsicht genießen. Das führt zur Passivität. Ignorieren bedeutet gewisse Kanäle auch nicht zu konsumieren, was aber jedoch an anderen Stellen in der Untersuchung (auch in Grafiken) deutlich widerlegt wird. In gewisser Hinsicht ignorieren Unternehmen nicht Chancen, sie verpassen welche. Dass das seine Gründe hat, ist ja klar. In diesem Zusammenhang folgender Kommentar:

» „Liegt es an heillos überkommenen Unternehmensstrukturen, auch an einer typisch deutschen Geistehaltung, nichts zu wagen, keinen Standpunkt zu beziehen? Ich glaube das nicht, vielmehr, dass viele Führungspositionen mit unflexiblem Management zugeparkt sind.“ «

Ja, es wird Potential verschenkt, darauf weißt Wattig richtigerweise hin. Allerdings ist gerade in diesem Bereich Zurückhaltung erstmal keine vollends schlechte Idee. Es komplett zu ignorieren, wäre fatal. Nicht gleich mitzumischen ist erstmal in Ordnung: Zuhören und Bedacht handeln.

Zum Beitrag
(noch keine Bewertung)
post ratings loaderLoading...

Zuhören und Handeln

ad+expertDas t3n-Magazin, sowie massenpublikum.de haben in den letzten drei Tagen auf einen Beitrag des Social-Media-Experten Michael Brito auf dem Blog von Brian Solis verwiesen. Es sind nur wenige Stimmen, die sich nicht vom Hype um soziale Medien übertönen lassen, schon allein deswegen sind Diskussionsanstöße zu diesem Thema mehr als notwendig. Unter dem Titel „Zuhören allein reicht nicht“, schrieb Sachar Kriwoj (massenpublikum.de):

»Viele Unternehmen haben mittlerweile verstanden, dass man seinen Kunden und potenziellen Kunden zuhören sollte. Viele Unternehmen haben noch nicht verstanden, dass das Zuhören allein nicht ausreicht. Auf das Zuhören muss auch eine Handlung folgen. […]“ «

Auch der wirklich sehr interessante Beitrag auf briansolis.com geht dieses Thema so an. Mit einer kleinen Anekdote macht Brito verständlich, was das bzw. sein Problem (und das von massenpublikum.de & t3n) ist:

»Eine Frau beschwert sich vehement bei ihrem Mann über seine schmutzige Wäsche, die er überall herumliegen lässt. Der Mann hört ihr gewissenhaft zu, gibt ihr Recht und vergisst am Abend seine Socken in die Wäsche zu legen.«

Was heißt das für Unternehmen und Marken, die sich in sozialen Medien bewegen? Aktives Zuhören ohne daraus folgende Handlungen führen zu einer Schädigung der Beziehung zu ihren Kunden. Das ist das gefühlte Statement, das ich bei vielen solcher Äußerungen zwischen den Zeilen lese. Und möglicherweise ist genau das der Grund, weshalb Marken so zögerlich reagieren. Einige zögerliche Versuche gibt es schon, indem man beispielsweise durch soziale Medien Feedback-Kanäle erarbeitet. Die Arbeit, so schreibt Michael Brito, darf hier allerdings nicht aufhören. Er hat Recht, aber das sollte und darf keine Allgemeingültigkeit für Marken-Marketeers haben.

Und was ebenso noch unklar im Raum steht: Woher kommt die Annahme, dass viele Unternehmen verstanden haben, dass man seinen potentiellen Kunden zuhören soll? Ist das nicht vielleicht ein Irrglaube? Expedia UK hat erst jüngst bewiesen, berichtet ein hervorragender Themenblog, dass Bewegungen in sozialen Medien nicht mal ansatzweise dafür gedacht waren, potentiellen Kunden zuzuhören. Oder nehmen wir Vodafone: Ob der Schaden der Kampagne nicht ein Pyrrhussieg war? Oder das Imagedebakel der PR-Fakler aus dem Hause Deutsche Bahn.

Es sitzen wie gesagt noch Marketeers hinter den Aktionen, die Unternehmen in sozialen Medien betreiben. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese Menschen daran interessiert sind, zuzuhören. Und wenn sie es tun, mit welcher Strategie? Hinter dem Slogan „Zuhören und Handeln“ steckt eine völlig neue Form der Marketingstrategie, Social Media Marketing.

listening

Das Zuhören im Netz muss erstmal richtig gelernt werden, bevor man nach Taten schreit. Dass Unternehmen beginnen zuzuhören – und das sind vor allem hierzulande noch nicht wirklich viele – ist ein guter Weg. Zuhören ohne zu agieren ist nicht wertlos. Es ist derzeit eine Positionierung, das Finden der Zielgruppen, das Verstehen der Netzinteraktion. Obwohl diese Aktionen wirklich viel Mehrwert bieten, stellen sie momentan wegen mangelndem Verständnis und Professionalität eine Gefahr für Marken und Unternehmen dar. In Amerika positionieren sich einige Marken schon wesentlich besser.

Die Social-Media-Marketing-Strategien in Amerika sind wesentlich proaktiver als hier in Deutschland. Das heißt, dass sie zwanglos handeln. Aber auch das hat gedauert. Hier in Deutschland sehe ich Marken und Unternehmen größtenteils noch unerfahren im Social-Media-Bassin planschen. Sie ignorieren soziale Medien und sind passiv vertreten, d.h. verfolgen diese ohne einzugreifen. Hin und wieder handeln sie auch reaktiv, d.h. sie werden irgendwie dazu genötigt zu reagieren.

Hier bewahrheitet sich folgendes: Der Ton macht die Musik.

Musik soll man hören. Marken sind hierzulande aber noch keine Musiker. Das ändert sich schon sehr bald. Und wenn man klug ist, dann ändert man das mit Vodafone oder Expedia UK im Hinterkopf.

Zum Beitrag
(noch keine Bewertung)
post ratings loaderLoading...

What the F**K is Social Media: Ein Jahr später

Eine wirklich nette Slideshare-Präsentation zum Thema Social Media mit dem noch netteren Titel „What the F**K is Social Media: One Year Later“:
Link zur Präsentation.

Nicht das es abwegig ist, Social Media mit Teenager-Sex zu vergleichen, obwohl es einige Parallelen gibt, wird zwischendurch noch einmal die Frage aufgeworfen: „Why the F**K should I care?“

Irgendwie naheliegend. Die Fragen werden jedoch kurz und prägnant beantwortet, mit kleinen interessanten Randfakten, da vergisst man den Teenager-Sex-Vergleich wieder ganz schnell. Versprochen.

Zum Beitrag
(noch keine Bewertung)
post ratings loaderLoading...