Wie viel Personalisierung verträgt der E-Commerce?

Letzten Monat realisierte Groupon personalisierte Deals. Diese basieren auf den Kriterien Geschlecht, Kaufverhalten und dem vorher im Account eingetragenen Interessen. Die persönlich zugeschnittenen Angebote werden den Usern per Newsletter zugesandt. In der Pressemeldung lässt sich, wie auch bereits auf Exciting Commerce erwähnt, die Begründung für diesen Schritt finden:

» „Today Groupon unveiled Personalized Deals, a new service that tailors each Groupon subscriber’s stream of daily deals to their personal preferences and buying history. Customizing deals allows Groupon to run more deals for businesses that are located outside of city centers, that cater to niche audiences, or that aren’t seeking the heavy volume traditional Groupons deliver.  Sending different deals to different users also helps address the overwhelming demand from merchants to be featured on Groupon.“ «

groupon

Bereits bei Kassenzone wurde Groupon von Alexander Graf kritisiert:

» „Wenn ich z.B. nur Sportaktionen bekommen möchte, sinkt meine Impulskaufwahrscheinlichkeit für z.B. eine Kaffeemaschine auf fast Null. Das ist nachvollziehbar und stimmt wahrscheinlich für die meisten Nutzer, die begeistert die Newsletter lesen.“ «

Hier stellt sich generell die Frage, wie viel Personalisierung für ein Wachstum im E-Commerce gesund ist. Erst kürzlich wurde die Betaphase eines neuen Social Networks mit dem Namen revvler, ein Projekt der Vimedi GmbH unter der Leitung von Mike Wagener und Marc Kornblum, bekannt gegeben. Wie bei Ebay kann hier mit Produkten gehandelt werden. Der einzige Unterschied ist, dass die Angebote eine persönliche Note bekommen. So heißt es im Blog:

» „revvler steht für mehr Persönlichkeit beim online shopping. User nehmen den entscheidenden Part auf revvler ein. Sie und ihre Geschichte rücken in den Fokus. Nicht nur die Produkte und Dienstleistungen zählen auf revvler, sondern entscheidender Faktor ist der User selbst.“ «

revvler

Die Personalisierung geschieht durch das Anlegen eines Profils und das Hochladen eines Fotos. Beides soll dem Käufer mehr Glaubwürdigkeit vermitteln. Jedes Mitglied wird über personalisierte, aber auch allgemeine Angebote informiert. Zudem können diese ihre Suchanfragen einstellen und ähnlich wie bei My-Hammer.de auf die besten Angebote warten. Offenheit steht hier gegenüber der Geschlossenheit. Impulskäufe gegenüber der Personalisierung.

Zu Beginn werden im Laufe des Angebot- und Nachfrageprozess noch keine Nischenprodukte, wie bei Ebay, feststellbar sein, da nur das angeboten werden kann, was auch auf der Plattform gesucht wird und aus Erfahrungswerten abgeleitet entspricht dies oft einem allgemeinen Interesse. Wer seinen alten Fernseher bei dem Marktführer loswerden kann, wird ihn wahrscheinlich nicht auf einer noch unbekannten Plattform verkaufen können. Und Sucher von Produkten werden verzweifelt auf Angebote warten, zumindest, wenn die Nachfrage dafür zu hoch ist oder die Suche zu spezifisch gestellt wurde.

revvler wird es schwer haben auch nur einigermaßen mit Ebay mit halten zu können. (Was natürlich noch lange nicht heißt, dass die Plattform nicht kostendeckend arbeiten kann und generell ein ideenreiches Konzept umgesetzt wurde). Um wieder zu Personalisierten Angeboten und Impulskäufen zurückzukommen. Vielleicht wird revvler über kurz oder lang auf Impulskäufe abzielen müssen, so wie es Ebay mit seinem Mode Outlet oder aktuellen Angeboten auf der Startseite vorführt.

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